Newcomerin des Jahres 2020

Lea Sophie Friedrich – Jüngste Zeitfahr-Weltmeisterin aller Zeiten. Mit 75 km/h über die Planken eines Velodroms zu rasen, das ist „schon geil“ – und es ist die Leidenschaft der Lea Sophie Friedrich, kurz Lea. Sie schrieb in diesem Jahr Geschichte bei den Bahn-Weltmeisterschaften in Berlin und wurde im Dezember bei der Gala zum „Sportler des Jahres“ im Baden-Badener Kurhaus zur „Newcomerin des Jahres“ gekürt. Der Newcomer-Preis ist eine Auszeichnung der „Sieger-Chance“, eine Zusatz-Lotterie der Glücksspirale.

„Vollgas“! Das ist das Leben der jüngsten Weltmeisterin aller Zeiten, die Ende Februar 2020 zu WM-Gold im 500 Meter-Zeitfahren raste. Noch Monate später bekommt sie Gänsehaut, wenn sie an das Überqueren der Ziellinie zurückdenkt. Das schreiende und jubelnde Publikum ersetzte ihr den Blick auf die Anzeigetafel. „Ein wahnsinnig geiles Gefühl. Da wusste ich schon, ich habe gewonnen“, verrät die 20-Jährige aus Dassow an der Ostsee später. Zuvor hatte sie, zusammen mit Emma Hinze und Pauline Grabosch, schon das Regenbogentrikot im Teamsprint gewonnen. Im Herbst folgte bei der U23-Bahn-EM in Fiorenzuola/Italien viermal Gold im Teamsprint, Sprint, Zeitfahren und Keirin.

Schon in den Nachwuchsklassen der Jugend und Juniorinnen wusste Lea Friedrich, die zunächst kickte, ehe sie als Radsporttalent entdeckt wurde, zu überzeugen: als U19-Weltmeisterin, mehrfache Deutsche Meisterin und geschmückt mit etlichen WM- und EM-Medaillen. Dass die Olympischen Spiele in Tokio auf 2021 verschoben wurden, kann ihr aber zum Vorteil gereichen. So nutzt das Küken im deutschen Kurzzeit-Team die Zeit, um weiter Erfahrung in Technik und Taktik zu sammeln. Schließlich fährt man Rennen „mit Beinen UND Kopf“, weiß sie.

Seit 2017 trainiert die junge Doppelweltmeisterin in der Bundespolizeisportschule Kienbaum in Brandenburg, wo sie sich Tipps von ihrer Vorgängerin Kristina Vogel holt, die inzwischen dort als Trainerin arbeitet. Auch der Austausch über andere Leidenschaften (wie zum Beispiel Handtaschen) klappt. Beide möchten vor allem eines: den Bahnradsport populärer machen. Als nächstes legt aber die angehende Polizeimeisterin Friedrich den Fokus auf die Abschlussprüfungen im Januar und Februar.

Dann, so alles gut geht, mögen die Spiele von Tokio beginnen.

Letzte Änderung amDienstag, 22 Dezember 2020 10:49
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