Malaika Mihambo (Leichtathletik)

Macht sie es wieder? Wird Malaika Mihambo zum dritten Mal in Folge deutsche „Sportlerin des Jahres“? Das Rennen ist offen, aber natürlich hat sie als Olympiasiegerin im Weitsprung beste Karten. Unvergessen bei den Frühaufstehern in Deutschland ist dieses bis zum letzten Sprung an Dramatik nicht zu überbietende Finale.

Dritte war Malaika, als sie ihren letzten Anlauf genau aufs Brett brachte, gewaltig absprang, sicher landete – und in Führung ging. Aber sie musste in der Mittagshitze von Tokio, nach den „wichtigsten sieben Metern meines Lebens“, einfach noch abwarten, ob Brittney Reese und Ese Brume nicht doch noch weiter springen. Sie schafften es nicht, der Coup war perfekt. Vom bangen Niederknien mit den Händen vor dem Gesicht über die vergleichsweise verhaltene Freude mit Tränen der Erleichterung bis hin zur Einladung, in ihr Seelenleben zu blicken, dauerte es eine Stunde. „Es ist das Gefühl, dankbar zu sein, dass ich als beste Version meiner selbst hier stehen und genießen kann“, sagte sie dann.

Die amtierende Welt- und Europameisterin nahm in der Coronavirus-Pandemie am richtigen Ort den richtigen Anlauf auf den Olymp. Nicht zuletzt, weil sie in Saarbrücken in die Spur zurückgefunden hatte. „Mein Trainer Uli Knapp und ich sind zusammengewachsen. Uns verbindet sehr viel“, sagte sie. Etwa die tiefgründigen Unterhaltungen und das gemeinsame Musikmachen. Er spielt Gitarre, sie spielt Klavier. Wenn es sein soll, auch im Kreis der Nationalmannschaft.

Malaika Mihambo (27), die studierte Politik- und Umweltwissenschaftlerin, ist sehr viel mehr als eine Weitspringerin. Malaika ist ein mental mächtiges Multitasking-Monument. Neben Klavierspielen sind Yoga und Meditation für sie mehr als Freizeitbeschäftigungen. Oder das Rucksackreisen. Es sind elementare Wegbegleiter auf ihrem Weg zum Glück. „Ich habe für mich herausgefunden, dass ich niemandem etwas beweisen muss, nichts zu verlieren habe“, sagte sie in Tokio mit der Goldmedaille um den Hals. Das, so betonte sie, gelte auch, wenn sie kein Gold schürft.

Und sie sagte auch das noch: „Ich mag mich als Mensch“.

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