Andreas Wellinger: Der „DSV-Adler“ trotzt der koreanischen Eiseskälte

Ein freies Wochenende wider Willen kann mitunter auch seine Vorteile haben. So wie beim deutschen Weitenjäger Andreas Wellinger. Die Witterungsbedingte Absage des Weltcup-Skispringens in Neustadt-Titisee am kommenden Wochenende  erlaubt dem 23jährigen bekennenden Bayern-Fan nämlich einen Besuch der in der Münchener Allianz-Arena beim FC Bayern gegen den „Club“ aus Nürnberg, den er ansonsten mit Sicherheit verpasst hätte.
Eigentlich hatte der DSV-„Adler“ aus Traunstein  im jugendlichen Alter eine Karriere als Nordischer Kombinierer ins Auge gefasst.  Doch seine  Trainer erkannten schon bald das Talent des jungen Burschen für weite Schanzenflüge. So „verabschiedete“ er sich  im Jahr  2011  von den Loipen und konzentrierte sich fortan voll auf die Flüge von den Schanzen dieser Welt. Schon ein Jahr später gewann er gemeinsam  mit Katharina Althaus (Oberstdorf) den Mixed-Wettbewerb  bei den olympischen Jugendspielen in Innsbruck.  2014  wurde sein erstes richtiges Erfolgsjahr. Nach olympischem Mannschafts-Gold in Sotschi wurde er mit den Titeln   „Sportler des Jahres“ der Christopherus-Schulen und „Sportler des Jahres“ der Sport-Eliteschulen ausgezeichnet.
2018 aber stellte alles in den Schatten: Bei den  olympischen Winterspielen in PyeongChang folgte der  endgültige Durchbruch zur Weltklasse. 24 Jahre nach  Jens Weißflog gab es in der Person von Andreas Wellinger endlich wieder einen deutschen Olympiasieger von der Normalschanze. Und das bei äußerst widrigem Wind, eisigen Böen von minus zwölf Grad, die ihn dennoch nicht daran hinderten, auf 113,5 Meter hinab zu segeln: Schanzenrekord. Im Schatten des verletzten Severin Freund auch international gereift, hofft Wellinger jetzt darauf, sein Ausnahmetalent bei der Vierschanzen-Tournee 2018 / 2019 erneut bestätigen zu können.
Der junge „DSV-Adler“ handelt mit Um- und Weitsicht. Parallel zur sportlichen Entwicklung forcierte er bereits früh  seine schulische und berufliche  Ausbildung. Nach bestandenem Abitur entschied er sich für eine Anstellung beim Zoll, die ihm große Trainings- und Wettkampf-Freiheiten gewährt.  Alles Voraussetzungen, die aus dem 24jährigen einen würdigen Erben eines Jens Weißflog, Sven Hannawald oder Martin Schmitt machen könnten

Bild: picture alliance

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