Fränky-Löwenherz

Es war ein Erfolg für die Geschichtsbücher: Frank Stäbler gewann im Oktober bei den Weltmeisterschaften der Ringer in Budapest im griechisch-römischen Stil den Titel in der neuen  72-Kilo-Klasse. Nach seinen Siegen 2015 in Las Vegas (66 Kilo)  und 2017 in Paris (71 Kilo) war dies sein dritter WM-Triumph in drei verschiedenen Gewichtsklassen. „Das hat vorher noch keiner geschafft“, erklärt er.
In der Tat: Der 29jährige Sportsoldat aus dem schwäbischen Musberg bei Stuttgart hat sich in den vergangenen Jahren zu Deutschlands besten und erfolgreichsten Ringer entwickelt. Seit 2016 hat er keinen seiner 46 nationalen und internationalen Kämpfe verloren, ist zudem noch Europameister (2012) und sechsfacher deutscher Einzelmeister. Seine Karriere ist eng mit seiner Familie und seinem Heimatort verknüpft. „Ich brauche mein Umfeld, meine Familie und meine Freunde um stark zu sein“, sagt Stäbler, der mit seine Frau Sandra die achtmonatige Tochter Alia Marie hat und unter einem Dach mit seinen Eltern auf einen Bauernhof am Rand von Musberg lebt.  „Die Kleine ist mein Glücksbringer“, sagt Stäbler. Stark macht ihn auch sein unbeugsamer Wille. „Ich bin nicht der beste Techniker und auch nicht der Kräftigste - aber ich will in jedem Kampf das maximal mögliche erreichen.“
Bis auf die Olympischen Spiele 2016 in Rio. wo er verletzt Siebter wurde, war der Wille in seiner Karriere oft der Schlüssel zum Sieg. Dabei hat er Rückschläge hinnehmen müssen. 2012 überlebte er einen schweren Autounfall mit einer angebrochenen Hüfte, was ihn aber eher noch fokussierter werden ließ. Im letzten Training vor Rio riss ihn das Syndesmoseband im linken Bein und die Vorbereitung auf die WM in Budapest musste er wegen eines bizarren Streits in Musberg um die Belegungszeiten einer Trainingshalle teilweise im elterlichen Stall durchziehen. Aber auch diese Schikane hat ihn eher stärker gemacht.
Sportlich hat Stäbler jetzt noch ein ganz großes Ziel – Tokio 2020. Bei seinen dritten Olympischen Spielen will er mit einer Medaille seine große Karriere vollenden -  allen Widerständen zum Trotz.

Bild: picture alliance

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