Thomas Dreßen: Das kaputte Kreuzband bremst den „Streif“-Sieger aus

Reporter-Legende  Harry Valérien wäre wohl ein  „Sappradi, was macht er denn, der Bursch!?" über die Lippen gekommen an jenem 20. Januar 2018, als Thomas Dreßen mit der Startnummer 19 auf der berühmtesten Abfahrtsstrecke der Welt, der Streif  Kitzbühel ins Rennen gegangen war.. Knapp zwei Minuten später kam der damals 24-jährige Deutsche, der für den TSV Gilching-Argelsried startet, ins Ziel. Er hatte zwei Zehntelsekunden weniger für die Streif gebraucht als der amtierende Weltmeister Beat Feuz aus der Schweiz.
 Und keiner nach ihm war schneller an diesem für den Deutschen Skiverband (DSV) so historischen Tag. 19 Jahre zuvor war mit Sepp Ferstl Senior zuletzt ein deutscher Rennfahrer auf dieser mythischen Strecke an die Spitze gefahren.  Jetzt ist Dreßen also ein Streif-Sieger. Das bleibt für immer, denn in Kitzbühel haben sie jetzt auch eine Gondel nach ihm benannt. Er hat das Gefühl genossen jetzt mit den Koryphäen Feuz und Svindal auf einer Ebene zu stehen.
Doch nicht nur der Skifahrer - auch der Mensch Dreßen hätte Valérien gefallen. Dreßen hat nicht nur im goldenen Buch seines Heimatortes Mittenwald Spuren hinterlassen. Für einen, der sich mit seinen Brettern derart spektakulär in die Tiefe stürzt ist er extrem bodenständig, unaufgeregt und bescheiden. Er ist einer, der auch den anderen den Erfolg gönnt, weil er selbst mit seinem Traum Geld verdienen kann. Und man nimmt ihm ab, wenn er sagt: „Wenn einer schneller ist, ist der an dem Tag einfach besser. Warum soll ich mich für den nicht freuen? Am Ende ist es wichtig, dass man gesund ist.“ A
Auf Mauritius hat er im Sommer abgeschaltet, den ungewohnten Rummel um seine Person hinter sich gelassen. Ansonsten findet er die Ruhe an einem See in Österreich, wo er mit seiner Partnerin lebt. Doch vor der Entspannung liegt wieder viel Arbeit vor dem sympathischen Bayer, der nicht nur mit einer guten Startnummer, sondern auch begleitet vom Respekt der Kollegen zum Saisonauftakt nach Übersee gefahren ist. Doch seine Erfolgsgeschichte wurde bei der Abfahrt in Beaver Creek jäh unterbrochen – Nach einem Kreuzbandriss werden  der Weltcupwinter und auch die Ski-WM 2019 in Åre  ohne den deutschen „Streif“-Sieger  stattfinden.

Bild: picture alliance

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