Lauras Kindheitstraum mit Leben gefüllt

Wie oft zerplatzen Kindheitsträume. Laura Dahlmeier hat sich den ihren erfüllt, die Fantasie zur Wirklichkeit werden lassen in diesem Februar bei den Olympischen Spielen in Südkorea. Ihren Freundinnen hat sie ihren Berufswunsch schon ganz früh ins Freundschaftsalbum geschrieben: Olympiasiegerin stand da, und auch die Jubelpose für diesen großen Moment hat sie im Trockentraining in ihrem Kinderzimmer geübt. Ja sie hat es geschafft auf der Anlage von Alpensia. Und das gleich doppelt. Zweifache Olympiasiegerin ist sie geworden und nun endgültig der Darling der deutschen Biathlongemeinde.
Denn die Deutschen lieben Biathlon, weil die Anforderungen an die Sportlerinnen und Sportler so konträr sind: Schnelligkeit und Ruhe, Kraft und Präzision. Laura Dahlmeier ist eine der Besten, wenn es gilt die maximale Konzentration auf ein minimales Ziel zurichten. Die 25-Jährige kann sich quälen wie kaum eine andere Athletin in ihrem Sport und lässt sich weder durch regelmäßig wiederkehrende Krankheiten oder Verletzungen nicht aus der Ruhe bringen. Unvergessen sind die Bilder als sie bei zwei Rennen im Ziel kollabierte. Auf der Strecke wirft sie gern den Turbo an, zählt am Schießstand aber nicht zu den Pistoleros, die kurz eine Schnellfeuereinlage aus der Waffe zaubern. Muss sie auch nicht, denn sie kann sich auf ihre starken Laufzeiten verlassen.
Die Geduld für ihren Sport holt sie sich fernab der Loipen, wie beispielsweise in diesem Sommer bei einer Bergtour in Georgien, die sie vom Basislager in Uschguli angetreten hat, oder wenn sie in Garmisch-Partenkirchen für die Bergwacht verletzte Skifahrer zu Tal fährt. In solchen Momenten ist sie ganz bei sich. In ihrer Heimatgemeinde ist sie jetzt Ehrenbürgerin. Sechs Rennen musste sie in Südkorea in 13 Tagen bewältigen.  Gleich am ersten Tag der Spiele gewann sie Gold und konnte den Rucksack der hohen Erwartungen abwerfen, entnervte die Konkurrenz bei widrigen Bedingungen mit ihrer Kunst am Schießstand. „Danach war ich absolut happy und habe versucht, den Moment zu genießen“, sagte Dahlmeier.  Auf dieser Welle der Freiheit gewann sie noch eine Goldmedaille in der Verfolgung und  Bronze im Massenstart.  Sie hat ihre Dominanz in Medaillen verwandelt. Das schafft nicht jede. Das sei das Schwere für den Sportler. Wenn jeder die Medaille erwarte, erzählt sie nach dem Triumph: „Ich wollte das perfekte Rennen, nur so kann man bei Olympia gewinnen. Aber es ist nicht so einfach, wie es aussieht.“ Laura Dahlmeier, die „Sportlerin des Jahres“ von 2017, betreibt Biathlon, seit sie neun ist und verriet, dass sie ihre sportliche Karriere durchaus geplant hat bis zum Olympiasieg. Jetzt kann sie sich selbst überraschen mit dem was noch kommt.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Datenschutzerklärung Ok