Mit Weltrekord nach Tokio

Para-Sprinter Johannes Floors ist einer der schnellsten Läufer der Welt, seine Parade-Disziplinen sind die Kurzstrecken auf der Kunststoffbahn. Was er beim „Heimspiel“ des TSV Bayer 04 Leverkusen, bei „gesegneten“ Wetter-Bedingungen, eindrucksvoll bestätigte. Die 200 Meter in 21,04 Sekunden - Weltrekord. Das gibt Selbstvertrauen für die anstehenden Paralympischen Spiele in Tokio (24. August bis 5. September). „Normalerweise ist das integrative Sportfest des TSV Bayer 04 Leverkusen ein richtiges Fest, der Sport steht zwar trotzdem im Mittelpunkt, doch für die Fans ist auch neben der Wettkampffläche etwas geboten. Das konnten wir durch Corona in den vergangenen zwei Jahren leider so nicht bewerkstelligen, daher wurde das Sportfest in Heimspiel umbenannt, um trotzdem – unter Auflagen – stattfinden zu können“, sagt Floors wenige Tage nach seinem 200-m-Coup.

Aber jetzt richtet sich der Fokus auf Tokio, „dann ist heute in genau vier Wochen ja mein 100 Meter-Finale“, grinst Floors und freut sich gewaltig, auf die etwas anderen „Spiele“. „Ich hoffe, dass wir trotz der Pandemie-Bedingungen vor Zuschauern laufen können, je nach dem was erlaubt sein wird“. Die Para-Leichtathletik-Riege fliegt bereits am 13. August nach Japan, in ein Vorbereitungstrainingslager und bezieht erst unmittelbar vor den Wettkämpfen das Paralympische Dorf. Die Akklimatisierung ist der erste Schritt.

Floors blickt auch optimistisch nach vorne. „Gut, dass die Final-Läufe meist abends sind, dadurch können sich Temperatur und Luftfeuchtigkeit über den Tag etwas einpendeln“, denn gerade die Luftfeuchtigkeit könnte für Athleten mit Amputationen zur Herausforderung werden. „Auch das steht uns im Trainingslager bevor, denn das Schwitzen in der Prothese kann zum Problem werden. Wenn die Prothese nicht mehr richtig sitzt, können wir keine Höchstleistungen abliefern. Daher gilt es schon vorher Lösungen zu finden, um wunde Stelle zu vermeiden“. Der Leverkusener kennt das Lauf-Oval des 2019 fertiggestellten Nationalstadions: „Die Bahn ist schnell“. Auch die Luftfeuchtigkeit sollte – außer bei Regen – in der sogenannten „Heritage Zone“ keine große Rolle spielen.

Zur damaligen Eröffnungszeremonie wurde als sportlicher Show-Teil ein Staffelwettkampf durchgeführt: jeder Läufer absolvierte 200 Meter vor ausverkauften Rängen. Johannes Floors, der in der Klasse T62 (Anm.: Doppelt unterschenkelamputierte Sprinterinnen und Sprinter) startet, erinnert sich gern: Es war ein unglaubliches Gefühl vor 70.000 Zuschauern laufen zu dürfen“.

Den eigenen Weltrekord einzustellen, haben das Selbstbewusstsein des 26-jährigen Sprinters, in Rio Mitglied der siegreichen 4x100-m-Staffel, enorm gestärkt – ihm gleichzeitig aber auch etwas Entspannung gebracht, denn die Form stimmt. Für Tokio lautet die Devise „Gold ist das Ziel.“

Bild: picture alliance

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