Der Körper hat mitgespielt

Als kleiner Steppke von nicht einmal sechs Jahren wusste er schon, was er – sportlich – anstrebt. Von der Welt der Musketiere und Ritter fasziniert, erklärte Peter Joppich seinen Eltern mit Nachdruck: „Ich möchte ein Ritter werden wie die Anja im Fernseher.“ Der Kinderschüler verfolgte damals schon begeistert das Sportgeschehen im TV und bewunderte Anja Fichtel, die 1988 bei den Olympischen Spielen in Seoul zwei Goldmedaillen im Florettfechten (Einzel und Mannschaft) gewann. Das imponierte dem kleinen Peter gewaltig – und legte damit den Grundstein für seine eigene erfolgreiche Karriere. Der Start bei den Spielen im Sommer 2021 ist seine mittlerweile fünfte Olympiateilnahme.

Trotz seiner Erfahrung läuft für Peter Joppich die Vorbereitung für Tokio anders als gewohnt. Das Hauptproblem: Die fehlende Turnier-Praxis. „Fechten gilt als Kontaktsport und deshalb wurde alles gecancelt. Anderthalb Jahre ohne Wettkämpfe, da weiß man nicht, wo man steht und wo die anderen stehen“, beschreibt Joppich das Dilemma und verzichtet lieber auf eine Prognose für sein Abschneiden. „Aber wenigstens hat mein Körper gut mitgespielt, ich bin verletzungsfrei.“ Nach dem aktuellen Trainingslager („hier geben wir alles“) reist das Team am 17. Juli nach Asien.

Peter Joppich, am 21. Dezember 1982 in Koblenz geboren, startete bis 2007 für den Königsbacher SC Koblenz, in den er schon als Sechsjähriger eingetreten war. Die ersten beiden Fechtjahre bestanden aus spielerischem Konditionstraining, erst dann gab Fechtmeister Alfred Banyai dem Jungen erstmals ein Florett in die Hand. Peter fiel sehr schnell als trainingsfleißig auf, ebenso beeindruckten seine Schnelligkeit und sein Kampfgeist. Während der ersten fünf Jahre im Fechtclub war Peter auch ein begeisterter Kicker und tragender Spieler seiner Mannschaft, ganz nebenbei lief er schon mal bei Straßenläufen mit. Im Laufe der Zeit wurde das Training auf und neben der Planche so umfangreich, dass er sich ganz auf diese Sportart konzentrierte.

Seine größten Erfolge landete Peter Joppich 2003, 2006, 2007 und 2010 (Platz 8 bei der Wahl „Sportler des Jahres) als Einzel-Weltmeister, 2002 triumphierte er mit der Mannschaft. Drei Mal wurde er zudem Europameister. Er nahm 2004 in Athen (Sechster) und 2008 in Peking (Fünfter) an den Olympischen Spielen teil. Mit der Equipe gewann er im Herrenflorett 2012 in London Bronze, startete auch in Rio.

Der Sportsoldat der Bundeswehr kickt in seiner Freizeit noch immer mit Begeisterung und läuft im Winter gerne Ski. Seine Partnerin Ina Gorius, selbst eine erfolgreiche Sportgymnastin, und Töchterchen Nova (geboren 2016) geben ihm den familiären Rückhalt.

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