Allen Zweifeln davon gekrault

Die Hessin Sarah Köhler gilt als Goldfisch unter den deutschen Schwimmerinnen, denn bei Europa- und Weltmeisterschaften schnappte sie schon einiges an Gold- und Silbermedaillen weg. Bei den Olympischen Spielen in Tokio will sie erneut nicht im Trüben fischen. „Ich bereite mich sehr konzentriert auf die Spiele vor“, sagt die bald 27-Jährige. Im vorigen Jahr waren ihr einmal Zweifel gekommen, ob die Pandemie nicht ihre Laufbahn beenden könnte. Davon ist jetzt keine Rede mehr. Nach der Qualifikation im April düste Sarah mit den meisten deutschen Olympiakandidaten in die spanische Sierra Nevada. Mit Blick auf eine effektive Olympiavorbereitung hatten einige DSV- Sportler auf einen Meisterschafts-Start verzichtet – um sich in der Höhe für Japan zu trimmen.

Sarah Köhler tauchte zum ersten Mal bei der SG Frankfurt ins kühle Nass. Die Übungsleiter in der Hessen-Metropole erkannten schnell das Talent der geborenen Hanauerin. Und sie zog deshalb bald mit Sack und Pack nach Heidelberg an die Sport-Elite-Schule „Willy Hellbach“. Natürlich schwamm sie dort mit Hilfe ihres Trainers Michael Spikermann zu den ersten deutschen Meistertiteln. Inzwischen kann sie auf zwölf DM-Plaketten verweisen. Nach dem erfolgreichen Abitur 2014 startete die Heidelberger „Nixe“ ein Studium für Rechtswissenschaften.

Fernab von Heidelberg taten sich in Magdeburg neue Horizonte auf. Cheftrainer Bernd Henneberg (führte Dagmar Haase und Antje Buschschulte zu Olympia und WM-Gold) war in Rente gegangen, hatte aber mit dem Elmshorner Trainer Bernd Berkhahn, 2020 vom DOSB zum „Trainer des Jahres“ erkoren, einen sehr fähigen Nachfolger an die Elbe gelockt. Schon vorher zog Florian Wellbrock von Bremen ins Sportinternat nach Magdeburg. Berkhahn, aber vor allem der zweimalige Weltmeister und „deutsche Hai“ Wellbrock, erwiesen sich als Glücksmomente für Sarah Köhler. Seit 2018 lebt und trainiert das Paar in der Bördestadt. „Ein Glück für mich, denn zum ersten Mal konnte ich nach einem Wettkampf das Kürzel ‚WR‘ (Weltrekord) hinter meiner Zeit sehen“, genießt Sarah bis heute den Tag im November 2019, als die Langstrecken-Spezialistin auf der Kurzbahn 15:18,01 Minuten über 1500 Meter kraulte. Unter Berkhahn veränderte Sarah ihren Armzug, eine Kleinigkeit mit großer Wirkung, wie Weltrekord und WM-Gold in der Freiwasserstaffel (4 x 1,25 km) 2019 im südkoreanischen Gwangju bewiesen.

„Jetzt freue ich mich auf Olympia“, gesteht Sarah gegenüber Journalisten und fügt schnell hinzu: „Gut vorbereitet bin ich.“

Bild: picture alliance

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