„Voller Elan und Motivation“ Richtung Paralympics

Sechs Mal Gold, zwei Mal Silber und ein Mal Bronze hat das 18-köpfige deutsche Team bei der Para Leichtathletik-Weltmeisterschaft im japanischen Kobe geholt.
„Der Zeitpunkt der WM war äußerst ungünstig“, sagt Marion Peters mit Blick auf die WM im Paralympics-Jahr. Und dennoch lieferte das deutsche Team mit Rang sieben im Medaillenspiegel ab. Doppel-Gold gab es für Léon Schäfer im Weitsprung und erstmals auch über 100 Meter, einen kompletten Medaillensatz für Rennrollstuhlfahrerin Merle Menje über 800 Meter (Gold), 5000 Meter (Silber) und 1500 Meter (Bronze) sowie WM-Titel für Kugelstoßer Niko Kappel, Weitspringer Markus Rehm und 400-Meter-Läufer Johannes Floors. Dazu holte Lindy Ave Silber über 400 Meter.

Highlights waren die zwei Paralympics-Slots, die Merle Menje und Lindy Ave erkämpften. „Sie ist fantastisch aufgetreten und hat nachhaltig unter Beweis gestellt hat, dass sie auch bei den Paralympics in Paris auf den vorderen Plätzen landen kann“, sagt die Bundestrainerin über die 19 Jahre junge Merle Menje. Für Tokio-Paralympicssiegerin Lindy Ave, die nach Babypause ihr internationales Comeback gab, ist Peters ebenso voll des Lobes: „Das möchte ich mindestens genauso hoch anbinden.“

Die Entdeckung der WM war für die Bundestrainerin die 17 jahre junge Jule Roß, die über 400 Meter mit deutschem Rekord zur Paralympics-Norm lief, Rang vier belegte und auch über 100 Meter als Sechste eine persönliche Bestzeit aufstellte: „Sie geht mit richtig positiven Emotionen nach Hause.“

Mit Blick auf die Paralympics in Paris hat das deutsche Team 15 Slots, davon acht für Frauen und sieben für Männer. 13 hatte es schon für die Plätze eins bis vier bei der WM 2023 in Paris gegeben. Über ein sogenanntes High-Performance-Ranking wird es am 28. Juni weitere Startplätze geben.

Elf Athletinnen und Athleten konnten bislang die geforderte Norm erbringen: Neben Jule Roß (400 Meter) und Lindy Ave (400 Meter) bei der WM schon zuvor Irmgard Bensusan (200 Meter), Nele Moos (400 Meter), Francés Herrmann (Speerwurf), Katrin Müller-Rottgardt mit Guide Noel Fiener (200 Meter), Noah Bodelier (Weitsprung), Johannes Floors (100 und 400 Meter), Niko Kappel (Kugelstoßen), Markus Rehm (Weitsprung) und Léon Schäfer (Weitsprung und 100 Meter). Weitere sollen bis zum Para Leichtathletik-Heimspiel am 6. Juli in Leverkusen folgen, hofft Peters: „Wir gehen voller Elan und Motivation jetzt in die letzte Phase der Normerfüllung und insofern hat sich die lange Reise mehr als gelohnt.“

Text: Nico Feißt
Foto: KOBE2024/Kazuyuki OGAWA

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