Olympia-Team D in beeindruckender Mannschaftsstärke

In voller Team-Stärke nach Paris. So könnte ein Motto deutscher Ballsport-Mannschaften im Hinblick auf die Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen lauten. Die Handballer lösten als vorläufig letzte das Ticket. Vorher jedoch war Zittern angesagt, denn erst im „Endspiel“ gegen Österreich (34:31) zeigten sich die Jungs von Bundestrainer Alfred Gislason (der damit bis 2027 im Amt bleibt) in Top-Form. Einmal mehr machten Newcomer Renars Uscins (21) – in seiner Heimatstadt Hannover – und die überragenden Keeper den Unterschied. Das begeisterte Publikum erinnerte an die grandiose Stimmung während der Heim-EM, als die DHB-Auswahl sich noch an den Top-Teams die Zähne ausgebissen hatte.

An der Seine könnte tatsächlich noch mehr gehen, obgleich der isländische Coach ankündigt, garantiert „kein Medaillenziel“ auszugeben. Am 16. April werden die Vorrundenspiele ausgelost, die Favoriten kommen aus Frankreich, Gastgeber und aktueller Europameister, Dänemark und Schweden.

Die Fußball-Nationalmannschaft der Frauen hatte es auch erst auf den letzten Drücker geschafft. Wenig souverän bei der WM 2023 in Australien und Neuseeland – und anschließend (wieder) von Coach Horst Hrubesch übernommen, retteten die DFB-Frauen mit einem 2:0 gegen die Niederlande in der Nations League den Sommer. Lea Schüller und Klara Bühl schossen die Elf ins Glück.

Schon im Februar hatten die deutschen Basketballspielerinnen ihr Olympia-Märchen perfekt gemacht: erste Qualifikation überhaupt für das Großereignis unter den fünf Ringen. In einem leidenschaftlichen Match machten die Korbwerferinnen um die überragende Satou Sabally (most improved player der amerikanischen WNBA-Liga) den Sack gegen Brasilien (73:71) zu – und das in der Höhle des Löwen, in Belém (Bethlehem) im nordöstlichen Bundesstaat Pará. Das Herren-Team, bei der letzten Sportler-Wahl mit großem Vorsprung als „Mannschaft des Jahres“ ausgezeichnet, hatte seine Olympia-Teilnahme mit dem Gewinn des WM-Titels 2023 fix gemacht. Unter dem Korb ruhen in Galliens Metropole berechtigte deutsche Hoffnungen.

Das Hockey-Kugel ist ungleich kleiner als Basketball, Fußball oder Handball. Aber die deutschen Krummstock-Spezialisten beherrschen das Spielgerät meistergültig. Sowohl Damen (in Indien) wie Herren (in Oman) gewannen ihre Qualifikationen überzeugend. In Paris treffen die „Honomas“ in ihrer Gruppe nun auf den Gastgeber, Spanien, Südafrika, die Niederlande und Großbritannien. Mit Platz 4 erreicht man das Viertelfinale. Die Damen („Damas“) bekommen es zunächst mit Japan, Holland, Frankreich, China und Belgien zu tun.

Schon im vergangenen Jahr waren die Volleyball-Herren beim Turnier in Brasilien erfolgreich und stießen – erstmals seit 2012 – das Tor zu den Sommerspielen auf. An der Tischtennis-Platte hatten sich „Jungs & Mädels“ ihre Plätze für das Team-Event en France gesichert. Jetzt wollen es ihnen die deutschen Handballerinnen gleichtun – diesmal könnte der Heimvorteil helfen. Vom 11. bis 14. April geht es in Neu-Ulm ums Ganze. Beim Vierer-Battle (gegen Slowenien, Montenegro und Paraguay) wäre Platz 2 das Entré auf der Road to Paris.

So viel Team-Power – das macht besonderen Appetit auf die XXXIII Jeux Olympiques vom 26. Juli bis 11. August. Allez les Allemands.       

Text: Joachim Reichert
Bild: picture alliance

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.