Jessica: “Es kribbelt, wenn ich an Paris denke!“

Paris ist das klare Ziel. Es wären die zweiten Olympischen Spiele für Jessica von Bredow-Werndl, aber die Voraussetzungen sind grundverschieden: Nach Tokio ist sie 2021 als Olympia-Neuling gereist, in Paris würde sie als Titelverteidigerin, als Doppel-Olympiasiegerin ins Viereck einreiten. „Ich wünsche mir natürlich sehr, dass ich es noch einmal so hinbekomme“, erklärt von Bredow-Werndl. „In mir steckt eine Mischung aus Euphorie und auch etwas Nervosität, wenn ich an Paris denke – es kribbelt! Und gleichzeitig bin ich demütig und dankbar, dass ich ein so wundervolles Pferd wie Dalera an meiner Seite habe.“

Bis zu den Olympischen Spielen ist der Weg aber noch weit. „Ich weiß, dass wir noch nicht dort sind und wir bis dahin alles beieinander haben sollten. Aktuell kann ich aber sagen: Dalera geht es total gut.“ Die Sichtungsturniere für Paris sind die Deutschen Meisterschaften in Balve im Juni und das CHIO Aachen Anfang Juli, davor steht – so der Plan jetzt – ein Start mit Dalera in München an. Alles ist auf die Olympischen Spiele ausgerichtet. „Es ist schon so, dass ich manchmal denke: Jedes Training ist einmal weniger vor Paris.“

Dass Dalera in Top-Verfassung ist, hat Jessica von Bredow-Werndl auch „schwarz-auf-weiß“. Ende Februar war ein Team vom DOKR (Deutschen Olympiade Komitee für Reiterei) bei ihr in Aubenhausen und hat eine Leistungsdiagnostik durchgeführt. „Jonny Hilberath (Anm. d. Red.: Co-Bundestrainer) war an dem Tag auch da. Wir sind den Grand Prix Special durchgeritten und haben Herzfrequenz-Messungen gemacht“, erzählt sie. „Ich habe das im Jahr 2020 angefangen, weil ich damals wirklich Respekt vor der Hitze in Tokio hatte, und mache das jetzt regelmäßig etwa zweimal im Jahr. Das Coole ist: Dalera ist jetzt schon in Tokio-Form.“ Das sei für sie die Bestätigung, dass sie kein zusätzliches Konditionstraining brauche, sondern lediglich Erhaltungstraining. Auch die Reiterin selbst hat sich einer solchen Diagnostik unterzogen. Ergebnis: top fit.

Jessica von Bredow-Werndl war schon immer ganzheitliches Training wichtig: von der richtigen Ernährung über gezielte körperliche Fitness bis zur mentalen Vorbereitung. „Ich arbeite mit unterschiedlichen Coaches zusammen, die mir in verschiedenen Situationen helfen. In den Wochen vor Olympia weiß ich, wie es mir geht und mit wem ich mich wann am besten austausche. Und ich habe mittlerweile eine Art ‚Toolbox‘, auf die ich zurückgreifen kann: Atemübungen, Meditationen, Coachingübungen – das hilft.“

Das olympische Jahr 2021 war das Jahr der Jessica von Bredow-Werndl: Deutsche Meisterin in Grand Prix Special und Kür, Doppel-Olympiasiegerin, wenige Wochen später dreifache Europameisterin. Kein Wunder, dass die damals 35-Jährige am Ende des Jahres als beste Reiterin bei der Wahl der „Sportlerin des Jahres“ Platz vier belegte.

2024 hat die inzwischen zweifache Mutter alles darauf ausgerichtet, noch einmal in olympischen Sphären zu feiern und sportliche Höhenflüge mit Dalera zu genießen. 

Text: Kim Kreling
Bild: Hansjürgen Britsch/Sportfoto Baumann

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