Sportler des Jahres - September 2021

Ein japanisches Fest, Teil II

Das Wichtigste vorweg: Die paralympischen Spiele von Tokio 2021 haben Corona getrotzt. Es gab dank eines perfekt funktionierenden japanischen Hygiene- und Sicherheitskonzeptes keine, oder zumindest kaum, Be- und Einschränkungen. Wie schon Olympia mussten die Weltspiele der körperlich behinderten Athlet:innen ein Jahr später und ohne Zuschauer stattfinden. Obwohl die japanische Hauptstadt täglich bis zu 20.000 Neuinfektionen meldete, hielt die „Para-Bubble“ ziemlich dicht.

Der Umstand, dass man quasi „entre nous“ war,  störte die meisten Teilnehmer:innen offenbar kaum noch  bei ihren Wettkämpfen in der größten Stadt der Welt. „Mittlerweile kennen wir das ja fast schon nicht mehr anders“, räsonierte Paralympics-Weitsprungsieger Markus Rehm.  Wie alle vier (in diesem Falle fünf) Jahre, beeindruckten die behinderten Sportler:innen mit großartigen Leistungen, mit vielen Rekorden in den einzelnen Klassen.  Dass Japan sein eigentlich vorgesehenes Bild eines weltoffenen und freundlichen großen Landes im fernen Osten nicht zeigen durfte, lag nicht an ihnen, sondern an einem kleinen unsichtbaren Virus.

Friedhelm Julius Beucher, der Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes, sprach von „authentischen, sympathischen und erfolgreichen“ Spielen. Aus deutscher Sicht war das Ergebnis unter dem Strich recht durchwachsen. Beucher freute sich, dass „unsere Goldraketen mit etwas Anlaufzeit dann noch nachhaltig gezündet hatten.“ Die Leichtathlet:innen steuerten 15 Medaillen bei. Wie immer der Löwenanteil bei der Sammlung des Edelmetalls. Namen wie Markus Rehm, Johannes Floors, Felix Streng, aber auch Lindy Ave, die ganz zum Schluss noch für den ersten deutschen LA-Weltrekord (400 m) sorgte, werden auch in den Vorschlagsliste für Deutschlands „Sportler:innen des Jahres“ wieder auftauchen. Und das mit Recht.

Und dass die Frauen und Männer auf der Laufbahn, im Wasser, in den Hallen oder wo auch immer, oft in ihren Rollstühlen, mit einer ganz besonderen persönlichen Gelassenheit mit ihrer körperlichen Ausnahmesituation umzugehen wissen, bewies einmal mehr Johannes Floors, dem beide Unterschenkel hatten amputiert werden müssen. „Ich bin der schnellste Mensch der Welt ohne Beine. Geil!“

Bild: picture alliance

 

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