Sportler des Jahres - Januar 2021

Ski- und Schanzen-Hoch

Wintersport ja oder nein – das ist in diesen Tagen oft die Frage. Die Pandemie hat auch den Outdoor-Sport weiterhin im Würgegriff. Umso erfreulicher, dass sich deutsche Athlet*innen auf Pisten, Schanzen und Eisrinnen in Szene setzen konnten. Und die TV-Anstalten, trotz weitgehender Beschränkungen auf Studio-Berichterstattung, die guten Nachrichten „in die gute Stube“ transportieren. Dafür scheint allemal ein Dank angebracht.

Karl Geiger beendete die Vierschanzen-Tournee auf einem starken 2. Platz. Hielt Stand gegen die polnisch-norwegische Springer-Elite. Im Bobsport setzt Francesco Friedrich weiterhin Maßstäbe. Der Rekord-Weltmeister steuerte seinen Vierer zum ersten EM-Gold. Bei den Frauen siegte Laura Nolte auf ihrer Heimatbahn in Winterberg. Auf dem Rodelschlitten kurvte Felix Loch bei den Europameisterschaften in Sigulda zum Titel. Natalie Geisenberger spezialisiert sich – nach ihrer Baby-Pause – im Moment auf Silber. Im sechsten Rennen zum sechsten Mal auf dem zweithöchsten Podest.

Linus Straßer aus München setzt Zeichen zwischen den eng gesteckten Slalom-Toren. Erster in Zagreb und Zweiter in Adelboden. Ein ebenso sympathischer wie katzengewandter Ski-Techniker, der seine Karriere mangels Erfolgen nach der Saison 2017/18 schon beenden wollte. Statt nach Wengen reiste der alpine Ski-Tross inzwischen Richtung Kitzbühel. Hohe Inzidenzzahlen verhindern weitere Weltcup-Rennen, darunter die legendäre Lauberhorn-Abfahrt, im Berner Oberland. Auch das ist Fakt im Januar 2021. Wintersport zwischen Triumph und Tränen.

Bild: Picture Alliance

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Das Ziel am Nil: Mindestens ins Viertelfinale

Es wird, soviel steht schon fest, bevor der erste Ball geworfen wurde eine sehr ungewöhnliche Handball-Weltmeisterschaft. Und das nicht nur, weil der Austragungsland Ägypten, die Heimat des IHF-Präsidenten Hasan Mustafa, nicht gerade als das Mekka dieser schnellen Mannschaftssportart gilt. Es wird – Corona geschuldet – die erste WM ohne Zuschauer überhaupt sein. Ein Beschuss, der erst am Sonntagabend nach dem deutlichen 34:20-Sieg der DHB-Auswahl im EM-Qualifikationsspiel gegen Österreich offiziell bestätigt wurde. „Das gibt uns allen noch einmal das Gefühl, dass in unserer Blase während des Turniers alles für unsere medizinische Sicherheit getan wird“, äußerten sich Bundestrainer Alfred Gislason und Mannschaftskapitän Uwe Gensheimer unisono.

Ein Ziel für das Turnier haben Gensheimer und Co. nur sehr vage ausgegeben. Genauso  wie der Coach oder der Verband. Kein Wunder, denn das, was „unser neu zusammengewürfelter Haufen“ (O-Ton Gensheimer) im Orient auf die Platte bringen soll und wird, gilt derzeit noch als Wundertüte. Denn der Europameister von 2016 und Weltmeister von 2007 reist ohne zahlreiche Stammkräfte zum Turnier der Weltbesten. Insgesamt neun Stammspieler, darunter der Mittelblock mit den beiden Kieler Champions-League-Siegern Hendrik Pekeler und Patrick Wiencek, gaben Familie oder dringend notwendiger Rekonvaleszenz den Vorrang. Gerade dieses hünenhafte Abwehrduo wird Gislason in der Defensive fehlen.

Die Absage einiger Cracks hatte ausgerechnet Torwart-Riese Andreas Wolff im Vorfeld öffentlich kritisiert. Vorbei sei das jetzt und ausdiskutiert, sagt der Mann vom polnischen Serienmeister aus Kielce: „Wir sind ab jetzt nur noch auf die WM fokussiert.“ Dort trifft die Mannschaft am Freitag zum Auftakt auf Uruguay. Eher ein Gegner zum „einspielen“, obwohl der Handballsport – siehe Brasilien – gerade in Südamerika in den vergangenen Jahren erhebliche Fortschritte gemacht hat. Die Vorrunde zu überstehen, sei das erste Ziel, sagt der Kapitän. „Im letzten Spiel gegen Ungarn wollen wir dann sehen, mit welcher Ausbeute an Punkten wir in die Hauptrunde gehen.“ Vor dem Viertelfinale, und damit ist dann doch zumindest eine vage Perspektive ausgegeben, wolle man auf jeden Fall nicht abreisen.

Und wenn die DHB-Vertretung dann doch noch etwas länger am Nil bleiben sollte, könnte es durchaus sein, dass sich die Jungs auch im Dezember noch einmal in Baden-Baden beim Sportler des Jahres wiedersehen werden.

Bild: Picture Alliance

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Sportler-Auszeichnung als Medien-Hit

Der „Sportler des Jahres“ – das war ungewöhnlich wie nie, reduziert auf wenige Teilnehmer, aber ein wichtiges Signal für den deutschen Sport in Zeiten von Pandemie und Lockdown. Und von den Medien entsprechend transportiert.

80 Minuten Sondersendung am Sonntag (20.12) im ZDF mit den Moderatoren Katrin Müller-Hohenstein und Rudi Cerne bildeten den Kern aus TV-Sicht. Die ARD-Tagesschau sendete zur Primetime am Montag, die dritten Programme und zahlreiche Privatanbieter übertrugen Bilder aus Baden-Baden. 

Obgleich aufgrund der Schutz-Maßnahmen nur wenige Akkreditierungen erteilt werden konnten, berichteten die Printmedien umfangreich. Die Agenturen dpa und sid versorgten die gesamte Zeitungs-Landschaft, die regionalen Medien konnten ohne Reise-Aufwand für ihre Leser präsent sein, auch die Illustrierten veröffentlichten exklusive Bilder von Auszeichnungen außergewöhnlicher Sportler, Legenden, Vorbilder und Newcomer.

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