Sportler des Jahres - Oktober 2020

Sportler des Jahrzehnts

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Im Rahmen der Auszeichnung „Sportler des Jahres“ 2020 findet in diesem Jahr eine Legenden-Wahl statt. Gesucht sind die Besten der Jahre 2010 bis 2019: die Jahrzehnt-Sportlerin, -Sportler und Mannschaft, außergewöhnliche Menschen, die Geschichte geschrieben haben. Stimmberechtigt für das erstmalig ausgeschriebene Votum sind die Internet-User des ZDF sowie die Aktivensprecher des deutschen Sports - als Stimme der Athletinnen und Athleten. Bei der Gala am 20. Dezember in Baden-Baden werden die Sieger bekannt gegeben und präsentiert. Die Umfrage nach den „Sportlern des Jahres“ wurde 1947 ins Leben gerufen. Die Mitglieder des Verbandes deutscher Sportjournalisten wählen damit zum 74. Mal. Auch im schwierigen Jahr 2020 konnten sich zahlreiche Anwärter auf die begehrte Auszeichnung ins Rampenlicht schieben. Die Stars auf Eis und Schnee ebenso wie Herausragende der aktuellen late season und Sportler, die den Einschränkungen auf ihre Art trotzten. Auch der Sparkassenpreis für „Vorbilder im Sport“ sowie die Auszeichnung „Newcomer des Jahres“ sind Bestandteil der Veranstaltung kurz vor Weihnachten.

ZDF Publikumswahl Sportlegenden des Jahrzehnts

SDJ Wahl für die Aktivensprecher des deutschen Sports

 

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Helm hilft gegen Ansteckung

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Es war sein Winter. Francesco Friedrich gewann mit seinen Teams die WM-Titel im Zweier- und Vierer-Bob. Der 30-jährige Doppelolympiasieger darf sich „Rekord-Weltmeister“ nennen. Aber wird sich diese fast historische Siegesserie auch 2020/2021 fortsetzen? Dies ist das Fragezeichen – das jedoch nicht mit der Form des Piloten zusammenhängt. Die Pandemie dürfte auch den Verlauf der Fahrten durch die Eiskanäle bestimmen.

Kannst Du in Sachen Vorbereitung kurz zurückblicken. Was ging beim Training, was funktionierte aufgrund von Corona nicht? Immerhin habt ihr einen neuen Startrekord aufgestellt, seid also schon in Bombenform…

Friedrich: Dadurch, dass wir genügend Varianten für das Training haben und wir alle trainingserfahren sind, konnten wir gut allein zu Hause an unseren Stützpunkten trainieren, bis dann im Juni das Anschubtraining mit der gesamten Mannschaft losgehen konnte. Dort mussten wir dann mit Helm anschieben, um niemanden von unseren Teamkameraden anzustecken, was aber auch kein großes Problem war. Somit verlief unsere athletische Vorbereitung ganz gut.

Und jetzt zeigt die Spur wieder nach vorne. Mit ersten Starts in Winterberg. Und was gibt es Neues in Sachen Weltcup-Auftakt. Könnt ihr für Sigulda planen und die anschließenden Events, alle ja in Europa?

Friedrich: Die Weltcupsaison wurde im September umgeplant und wir hoffen, dass alles so durchgeführt werden kann und es keine großen Probleme geben wird. Aber ich denke es werden trotzdem noch einige Überraschungen diesen Winter auf uns zukommen.

Als Tokio verschoben wurde, war der (Bob-) Winter noch so weit entfernt. Habt ihr mit den Sommer-Athleten gelitten. Und schon mal überlegt, ob sich das alles womöglich bis in den Winter hinziehen könnte. 

Friedrich: Ich habe sehr mit den Sportlern gelitten. Vor allen mit denen, die sich vielleicht gedacht hatten, nach diesen Spielen aufzuhören, oder die sich bereits qualifiziert hatten. Das ist ja dann alles hinfällig und ein sportliches Jahr ist verloren.

Wir arbeiten aktuell an Lösungen, um die Auszeichnung „Sportler des Jahres“ am 20. Dezember in Baden-Baden durchzuführen. Funktioniert eine Wahl mit weniger „Kandidaten“, zumindest ohne jene des Sommers? Oder kann man gerade in diesen Zeiten Zeichen für den deutschen Sport setzen?

Friedrich: Ich als fairer Sportler finde es einfach nur wahnsinnig schade, dass die Sommersportler keine Möglichkeiten hatten, sich dafür zu qualifizieren.

Haben Dich besondere Aktivitäten, Aktionen von Sportlern während der Krise beeindruckt?

Friedrich: Nahezu alle Sportler waren erfinderisch und haben gezeigt, wie Sie sich trotzdem fit halten. Besonders beeindruckt war ich vom Home-Triathlon
Jan Frodenos.

Statt Übersee eine Saison mit der WM vor der Haustüre. Ist das schonmal eine besondere Vision oder denkt ihr im Moment vor allem kurzfristig?

Friedrich: Hauptsächlich denkt man aktuell kurzfristig. Jetzt haben wir erstmal die drei harten Test-Wochen vor uns das ist die stressigste und härteste Zeit im ganzen Jahr. Danach geht es hoffentlich mit neuem Wissen im Gepäck nach Sigulda. Diese Bahn ist auch sehr speziell und verlangt vieles von uns ab. Alles andere liegt noch in weiter Ferne. Wichtig wäre, dass wir diese Saison alle nach Peking kommen und die Möglichkeit bekommen, die neue Bahn zu testen und sich für die Spiele 2022 zu qualifizieren. Da dort im vorolympischen Winter ein internationales Rennen stattfinden muss.

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Rudern: Saison-Auftakt und Finale in einem

Zu einem Zeitpunkt, zu dem die Saison normalerweise schon lange beendet ist, trifft sich am Wochenende ein Großteil der europäischen Ruderer zur Europameisterschaft auf dem Malta-See in Poznan.

Das Corona-Virus hat seine Auswirkungen auch im Rudersport hinterlassen. Kein einziger Weltcup im Jahr 2020, alle geplanten Weltmeisterschaften abgesagt, Olympia vorerst auf das Jahr 2021 verschoben. Die Ruderer hatten sich schon damit abgefunden, eine komplette Saison nur mit Training und ohne jeden Wettkampf überstehen zu müssen. Erleichterung deshalb, dass bei der täglich steigenden Zahl von Risikogebieten und den damit verbundenen Auflagen und Reisewarnungen Polen bislang verschont blieb. Damit wird der Saison-Auftakt der Ruder-Elite gleichzeitig zum Saison-Finale.

Der Deutsche Ruder-Verband nutzt diese Gelegenheit, seinen besten Athleten im Jahr 2020 noch eine Wettkampfmöglichkeit zu bieten. Neben den beiden Weltmeister-Booten mit Oliver Zeidler im Einer und dem Deutschland-Achter hat der DRV in seinem EM-Team 13 der 14 Bootsklassen besetzt.

Einer-Weltmeister Oliver Zeidler aus Schwaig hat mit 22 Konkurrenten die quantitativ und auch qualitativ am stärksten besetzte Bootsklasse. Für den 24-Jährigen kommt es zur Revanche des knapp, mit drei hundertstel Sekunden Vorsprung, gewonnenen WM-Finales 2019 gegen Silbermedaillen-Gewinner Sverri Nielsen aus Dänemark und Bronze-Ruderer Kjetil Borch aus Norwegen.

Für den Deutschland-Achter, Zweiter der Wahl „Mannschaft des Jahres“ 2019, gibt es dagegen nicht einmal einen Vorlauf. Nur fünf Boote haben gemeldet, so dass es damit direkt ins Finale am Sonntag geht. Schmerzlich dabei, dass der „Clasico“, das Duell mit dem alten Rivalen Großbritannien ausfällt. Der britische Verband verzichtet aufgrund der Corona-Situation komplett auf die EM-Teilnahme. So dürften die Niederländer, die bei der WM 2019 überraschend die Silbermedaille gewannen, härtester Konkurrent des deutschen Flaggschiffs sein. Die anderen Boote im WM-Finale kamen aus Übersee. In Poznan komplettieren Italien, Litauen und Rumänien das Achter-Feld der Männer. Für Trainer Uwe Bender ist die EM, mangels Wettkampf- und damit Vergleichsmöglichkeiten trotzdem „ein Schuss ins Blaue“. Sein Team bleibt auch in dieser Situation Favorit und hat das Ziel, zum achten Mal in Folge EM-Gold gewinnen.

Unter Druck steht, trotz der nur vier Boote im kleinsten EM-Feld, der nur auf zwei Positionen veränderte Frauen-Achter. Die DRV-Frauen sind noch nicht für Olympia qualifiziert, enttäuschten mit Platz 10 bei der WM 2019. Unerwartet gibt es plötzlich Konkurrenz im eigenen Verband. Bei der U23-EM, vor fünf Wochen in Duisburg, ruderte das DRV-Nachwuchsboot völlig überraschend zur Goldmedaille, der ersten seit über zehn Jahren. Sollte der Frauen-Achter in Poznan erneut deutlich hinter der Konkurrenz rudern, dürften die Frauen aus dem B-Team ihre Ansprüche auf die Olympia-Qualifikation anmelden.

Für die WM-Dritten Jason Osborne (Mainz) und Jonathan Rommelmann (Krefeld) wird die EM im Leichtgewichts-Doppelzweier eine weitere Zwischenstation zur angestrebten Olympia-Medaille. Bis auf die Goldmedaillengewinner aus Irland ist in dieser Bootsklasse das komplette WM-Finalfeld von 2019 am Start.

Bäumchen wechsle Dich heißt es im sonst so medaillenträchtigen Skull-Bereich der Frauen, der neun Monate vor den Sommerspielen auf der Suche zurück in die Erfolgsspur und nach den besten Olympia-Formationen ist. Vierer-Olympiasiegerin Annekatrin Thiele (Leipzig) rückt nach drei enttäuschenden Jahren im Einer zu Leonie Menzel (Düsseldorf) in den Doppel-Zweier. Deren bisherige Partnerin Pia Greiten (Osnabrück) probiert sich im Einer. Im Doppel-Vierer, bei der WM „nur“ auf Platz vier, ersetzt Europameisterin Carlotta Nwajide (Hannover) Michaela Staelberg (Krefeld).

Im Doppel-Vierer der Männer verfolgt Altmeister Karl Schulze (Dresden /Berlin) mit seinen Team-Kollegen, trotz der Enttäuschung mit Platz fünf bei der WM 2019, weiter das Ziel, zum dritten Mal in Folge Olympia-Gold zu gewinnen. Für die vier Deutschen dürfte die EM ein echter Härtetest werden. Mit den Niederländern, den Polen und Italien sind die drei WM-Medaillengewinner am Start. Nach den Finalrennen am Sonntag dürften nicht nur diese Vier etwas besser wissen, wo sie nach einem Jahr fast ohne Wettkampf auf dem Weg nach Tokio stehen.

Bild: picture alliance

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MVP bei den harten Jungs: Draisaitl schreibt Geschichte

Das deutsche Eishockey hat in den vergangenen Jahren durchaus für positive Schlagzeilen gesorgt. Obwohl die Jagd mit und nach dem Puck hierzulande eher eine Randsportart ist. Doch die Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang hatte die Truppe von Marco Sturm seinerzeit in den Penalty-Himmel geschossen. Dass die schnellste Mannschafts-Sportart der Welt aber auch eine Bühne für Individualisten sein kann, bewies jetzt Leon Draisaitl. Als erster deutscher Puckjäger überhaupt wurde er zum MVP (most valuable player), also zum wertvollsten Spieler der NHL gewählt.
Die National Hockey League ist in den USA das Nonplusultra dieses oft als raubeinig verschrienen Sports mit seinen immerwährenden Bandenchecks und Stockfouls. Wer sich dort durchsetzt, und die „Hart Trophy“ sowie den „Lindsay Award“ gewinnt, der muss schon Großes geleistet haben bei den Eishockey-verrückten Amis und Kanadiern. Beide Auszeichnungen sind so etwas wie die Bambi-Verleihung in der hall of fame des Eishockeys. Leon Draisaitl wurde die Kunst des ebenso filigranen wie wuchtigen Umgangs mit der schwarzen Hartgummischeibe von Vater Peter in die Wiege, oder besser in die Schlittschuhe gelegt. Der war selbst einst deutscher Nationalspieler, förderte den Filius und ebnete ihm auch den Weg in die NHL.
Der 24-Jährige ist auf dem Eis so etwas wie Toni Kroos und Robert Lewandowski in einer Person. Genialer Passgeber und eiskalter Scharfrichter vor dem gegnerischen Goalie. In der Saison 2018/19 gelangen ihm 50 Tore und 55 Vorlagen. Ein Wert, den zuvor noch kein anderer Spieler vor ihm erreicht hatte. Zum Superstar in der Wayne-Gretzky-Welt aber reichte das (noch) nicht. Jetzt aber, nach seiner Wahl zum MVP in der Hauptrunde 2019/20, ist der gebürtige Kölner auf einmal ganz oben angekommen. Seine Edmonton Oilers wissen, was sie an ihm haben. Leon ist mit großartigen individuellen Fähigkeiten ausgestattet, gleichzeitig aber auch sehr mannschaftsdienlich. Starkult ist ihm ein Gräuel.
„Der Erfolg mit dem Team ist alles, was für mich zählt“, hatte er erst kürzlich in einem Interview mit dem Online-Magazin „breaking the ice“ beteuert. Und dennoch dürfte er mit diesen Titeln im Rücken, die noch keine deutscher Eishockey-Crack vor ihm je gewann, gute Chancen haben, als Teamplayer bei der Wahl zum „Sportler des Jahres“ 2020 ganz weit vorn zu landen. Das deutsche Olympia Team wurde 2018 mit großem Vorsprung zu Mannschaft des Jahres gewählt und in Baden-Baden ausgezeichnet.

Bild: picture alliance

 

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