Sportler des Jahres - Artikel nach Datum gefiltert: September 2018

Das war‘s: Robert, die Oma und das zerrissene Trikot

  • Publiziert in Sdj News

Zum Abschied hieß es Harting vor Harting. Doch während Sieger Christoph beim „letzten Schrei“ der Diskusriesen-Brüder eher die Nebenrolle zugedacht war, richteten sich aller Augen auf Bruder Robert. Im Berliner Olympiastadion feuerten und feuerten Tausende  (45.000 waren es offiziell) den Hünen mit der rund Scheibe ein letztes Mal an. Der mehrfache Olympiasieger, Europameister und Weltmeister, sowie dreifache „Sportler des Jahres“ (2012–2014) legte beim ISTAF endgültig sein Arbeitsgerät zur Seite.
„Das hatte ich mir immer gewünscht, Hier in Berlin vor meinen Freunden und Fans Adé zu sagen“, sagte der Hauptdarsteller nach Show und Sport beim großen Event in der Bundeshauptstadt. Der 33jährige war nicht nur ein Athlet mit beeindruckender Ausstrahlung. Nicht nur ein Schreihals und Trikot-Zerreißer zur Gaudi seiner Fans und der Fotografen.
Das, so sagte Harting, habe er dann ohnehin eingestellt, weil es seiner Oma nicht gefiel. Unvergessen heute noch, als die forsche alte Dame beim „Sportler des Jahres“ auf die Bühne trat um ihrem Enkel die erwiesene Ehre zuteilwerden zu lassen. „Das habt Ihr Euch nicht wirklich getraut, entfuhr es dem verblüfften Riesen“, als im Gespräch mit Katrin Müller-Hohenstein so langsam durchsickerte, dass sich in wenigen Sekunden der Vorhang heben würde, um die Großmutter aufs Parkett und unter die ZDF-Scheinwerfer zu lassen.
Robert Harting ist und war einer, der den Mund auch dann aufmachte, wenn er nicht nur zum Schreien gedacht war, um den Diskus auch akustisch möglichst weit zu tragen. Harting mischte sich ein, war Athletensprecher, legte sich auch mit den großen und größten Funktionären an, wenn es seiner Meinung nach richtig un d wichtig war. Pläne habe er genug für die Zukunft, sagte er zum Abschied. Dinge, die verändern und dann Bestand haben, möchte er in Zukunft machen. Dafür sei ein normaler Bürojob mit Sicherheit nicht geschaffen,
Im nächsten Jahr wolle er, befreit vom Trainingsstress, „erst mal die Uni fertig machen.“ Dann, so Robert Harting, habe er einen Master-of-Arts-Abschluss in Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation. „Dadurch steht mir allerhand offen - man ist eine gute Allzweckwaffe und auch ein bisschen ein Generalist.“ Auf den „neuen“ Robert Harting darf man wohl ebenso gespannt sein, wie man den „Alten“ mit Glanz und Gloria verabschiedet hat.

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