Finals machen Appetit auf mehr

Während man in Deutschland wieder ernsthaft Strukturen für eine neuerliche Olympia-Bewerbung erarbeitet, steuerte NRW einen Mosaikstein sportlichen Hochgenusses bei. Die „Finals“ (deutsch ausgesprochen) sorgten an vier Tagen für jede Menge Spektakel, gepaart mit frischen Showelementen, aber auch knallharten Entscheidungen bei der Vergabe von 159 nationalen Titeln. Abwechslung fast rund um die Uhr: Kiebitzen beim Breaking, Drachenboot-Sport oder Speed-Klettern war ebenso neu wie erfrischend.

Weiter so. Triathlon am Rheinufer, Bogenschließen über den Fluss, Stabhochspringen vor großer Kulisse, 3x3 Basketball – das hat gefallen. Und einige Athleten brachten sich mit besonderen Meriten ganz frühzeitig für die Wahl „Sportler des Jahres“ ins Gespräch – wenn ihre DM-Siege optimistisch auf bevorstehende Welt- und Europameisterschaften machen. Die 16-jährige Darja Varfolomeev, Schützling der in Baden-Baden zur „Trainerin des Jahres“ ausgezeichneten Yulia Raskina, gewann in der rhythmischen Sportgymnastik fünf Goldmedaillen. Turn-Europameisterin Elisabeth Seitz (7. der Sportlerwahl ’22) holte ihren 25. Titel. Isabel Goses Dominanz im Schwimmbecken über 400 und 1500 m Freistil lässt sie zuversichtlich zur WM fahren. Kim Lea Müller, EM-Zweite, „ist im Moment fast nicht zu schlagen“ glaubt BMX-Bundestrainer Tobias Wicke nach starker Performance mit Salti und Lenkerdrehungen im Duisburger Freestyle-Park.

Die Leichtathleten sendeten ihre Ansprüche aus dem Kasseler Aue-Stadion. Europameister Julian Weber (6. der bei der letzten Sportler-Umfrage) ist der letzte Vertreter der mal so mächtigen Speerwurfformation des DLV. Seine 88,72 Meter aber sind auch international hoch einzuschätzen. Bei den Frauen fliegt der Diskus besonders weit. Die Olympia-Zweite Kristin Pudenz nimmt „viel Schwung“ - dank 65,98 m - mit Richtung Weltmeisterschaften in Budapest. Und „Sportlerin des Jahres“ Gina Lückenkemper verließ die Arena mit zwei Siegen (100 m in 11,03 Sekunden/4x100-m-Staffel) – und der Gewissheit im Hinblick auf das Saison-Highlight in time zu sein.

Auf dem Duisburger Innenhafen sorgten die Power-Paddler um Jacob Schopf und Tom Liebscher für einen ungewöhnlichen Zuschauerandrang bei prickelnden Sprintrennen– und das bei Rekordhitze. Ähnlich heiß wird es schon Ende August an gleicher Stätte zugehen. „Das hier macht Bock auf mehr“, so die überragende Canadier-Fahrerin Lisa John – in sechs Wochen bei der Heim-WM.

Für die nächsten Finals im Jahr 2025 hat Dresden den Zuschlag erhalten. Von Rhein und Ruhr geht es an die Elbe.    

Bild: picture alliance

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