Mihambo: Nächstes Ausrufezeichen

Malaika Mihambo hatte die Vorbereitung auf die European Championships in München eigentlich ein bisschen anders geplant. Die frisch gebackene Weitsprung-Weltmeisterin wollte nach ihrem Gold-Triumph von Eugene im Juli zunächst regenerieren, um dann noch eine „kurze und intensive Trainingsphase“ einzulegen. Aber dann brachte eine Corona-Erkrankung das Programm durcheinander. Fünf Tage war die 28 Jahre alte Olympiasiegerin aus Heidelberg richtig krank, insgesamt acht Tage lang positiv – und erst ein paar Tage vor dem Beginn der Leichtathletik-Wettkämpfe fiel die Entscheidung, in München zu starten. Einen guten Sprung traut sich die dreimalige Sportlerin des Jahres trotz des reduzierten Trainingsumfangs zu.

Wie schätzen Sie Ihre Leistungsfähigkeit nach Ihrer Corona-Erkrankung ein?
Mir geht es ganz in Ordnung, ich merke aber schon, dass ich krank war und werde schneller müde nach dem Training. Das Gefühl von Unsicherheit über das eigene Leistungsvermögen bleibt. Man startet aus der kalten Hose heraus. Trotzdem kann ich noch über sieben Meter springen. Ich traue mir zu, einen guten Sprung machen zu können.

Welchen Stellenwert haben die European Championships vor eigenem Publikum für Sie?
Die Vorfreude auf die EM in München in diesem geschichtsträchtigen Stadion 50 Jahre nach den Olympischen Spielen ist besonders groß. Als Athlet erfährt man eine ganz andere Unterstützung durch das heimische Publikum. Keiner ist mehr Feuer und Flamme für einen Athleten als das heimische Publikum. Genau das spürt man als Sportler. Das durfte ich schon zwei Mal erleben: bei der Team-EM in Braunschweig 2014 und bei der EM in Berlin 2018.

Sie haben nach Gold in Eugene gesagt, es sei immer ein bisschen Drama bei Ihren Wettkämpfen dabei. Pusht Sie das oder hätten Sie auch gerne einmal ein Großereignis, bei dem Sie ohne Drama gewinnen?
(lacht) Das wäre eine völlig neue Erfahrung, die ich gerne machen würde. Aber ich mache das nicht absichtlich. Mein Ziel ist es eigentlich immer, durch einen guten ersten Sprung ein Ausrufezeichen zu setzen, dass die Konkurrentinnen so beeindruckt sind, dass sie keine Antwort mehr darauf haben. Das macht es für mich deutlich einfacher, die nachfolgenden Sprünge auszureizen, weil ich dann noch fünf Versuche habe, um mit den Bedingungen und der Anlage klarzukommen. Diesmal war es etwas leichter als in Tokio oder Doha. Ich habe mein Selbstvertrauen gespürt. Die letzte Sicherheit hatte ich erst beim letzten Sprung, als ich gewonnen hatte. Den Sprung habe ich gut getroffen, aber die Landung war nicht optimal. Da habe ich einiges verschenkt. Grundsätzlich will ich immer meinen bestmöglichen Wettkampf bestreiten, egal was das für eine Meisterschaft ist. Das ist mein persönliches Bestreben.

 

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