Via München nach Baden-Baden

Europas Elite zu Gast in München - 50 Jahre nach den Olympischen Sommerspielen findet in der bayerischen Landeshauptstadt wieder ein riesiges Sportfest in statt. Zwar nicht in ganz so großem Rahmen wie 1972, aber bei den European Championships (11. bis 21. August) werden erstmals in neun Sportarten an einem Ort die Besten des Kontinents gekürt. Eine Premiere ist zudem, dass gleichzeitig zwölf Wettbewerben im Para-Rudern und vier im Para-Kanu stattfinden und die Ergebnisse der Behindertensportler in den Medaillenspiegel einfließen. „Die European Championships sollen nicht nur ein erstklassiges internationales Multisportevent sein. Sie sollen auch neue Maßstäbe setzen, vor allem bei den Themen Inklusion und Nachhaltigkeit“, sagt Marion Schöne, Geschäftsführerin der ausrichtenden Olympiapark GmbH.

Insgesamt rund 4700 Athleten und Athletinnen kämpfen im Rudern, Kanurennsport, Turnen, Triathlon, Beachvolleyball, Tischtennis, Klettern, Radsport und in der Leichtathletik um insgesamt 177 EM-Titel, darunter auch einige Deutsche, die gute Chance haben, im Dezember bei der Gala „Sportler des Jahres“ in Baden-Baden ausgezeichnet zu werden - wie Weitspringerin Malaika Mihambo. Für die 28-Jährige findet der Saisonhöhepunkt aus sportlicher Sicht zwar ein paar Wochen vor den European Championships statt. Aber für die dreimalige Sportlerin des Jahres sei die EM vor heimischem Publikum „definitiv emotional wichtiger“ als die WM im Juli in Oregon, sagt die Olympiasiegerin von der LG Kurpfalz. Im eigenen Land zu starten, liege ihr „noch näher am Herzen“.

Auch Einer-Ruder Oliver Zeidler zählt zu den Medaillenkandidaten bei der zweiten Auflage der European Championships. Der Weltmeister von 2019 startet nach dem für ihn so enttäuschenden Abschneiden bei den Olympischen Sommerspielen im vergangenen Jahr in Tokio hochmotiviert. Eine Medaille nur ein paar Kilometer von der eigenen Haustür entfernt zu gewinnen, wäre für den Oberbayern aus mehrerlei Hinsicht ein ganz besonderer Moment. Zeidler trainiert zum einen regelmäßig auf der Olympiaregattastrecke in Oberschleißheim, zum anderen hat dort sein Großvater 1972 die Goldmedaille im Achter gewonnen.

Wie für Rudern und Kanu werden auch für die meisten anderen Sportarten vorhandene Wettkampfstätten und Infrastrukturen genutzt. Während Beachvolleyball und Klettern auf dem Königsplatz mitten in München stattfindet, ist das Herzstück der Spiele wie vor 50 Jahren der Olympiapark mit dem Olympiastadion und der Olympiahalle. Münchens OB-Reiter spricht von einem „Wahnsinns-Event“, das an historischen Sportstätten stattfindet. Das habe es bisher nirgendwo anders gegeben.

Foto: Marc Müller / Munich2022

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