Sportler des Jahres 2022: Advantage wintersports

12 – 10 – 5. Diese Medaillenausbeute des Team D kann sich wahrhaft sehen lassen. Platz 2 hinter der Wintersportnation Norwegen. Die Bundesinnenministerin Nancy Faeser fand beim Empfang in Frankfurt anerkennende Worte für die Delegation des DOSB. Und nicht nur die sportliche Bilanz kann sich sehen lassen – Deutschlands China-Reisende präsentierten sich auch in Sachen Fairness und Teamgeist von ihrer besten Seite. Da bietet es sich an, eine Brücke von Peking nach Baden-Baden zu schlagen. Welches sind die Athletinnen und Athleten, die sich für die Wahl „Sportler des Jahres“ empfohlen haben. Die Goldkinder aus dem Reich der Mitte sind die ersten Anwärter auf die Auszeichnungen „Sportler, Sportlerin und Mannschaft des Jahres“. Kommen die Nachfolger*innen von Zverev, Mihambo und dem Bahnrad-Vierer aus der Eis&Schnee-Fraktion?

Das Team Francesco Friedrich gewann in Yanqing Doppel-Gold – wie vor vier Jahren. Ein ganz dickes Brett, um sich auf die Bühne des Kurhauses am Rande des Schwarzwalds zu katapultieren. Der akribische Tüftler ‚Franz‘ belegte 2019 mit seinem Quartett Rang 3 beim Team-Voting. Das scheint ausbaufähig. Eine olympische Premiere wie im Wunderland erlebten Pilotin Laura Nolte und Anschieberin Deborah Levi: unschlagbar in den vier Läufen mit dem Zweier-Bob bei den Frauen.

Alle Goldenen im Rodeln gingen an das Team D – darunter die mit insgesamt sechsmal Gold und einmal Bronze nun erfolgreichsten deutschen Wintersportlerin Natalie Geisenberger aus Miesbach. Die pfeilschnelle Mama belegte 2014 den zweiten Rang beim Ranking zur „Sportlerin des Jahres“. Ist die 33-Jährige jetzt die große Favoritin für das höchste Treppchen?  Im Eiskanal tat es ihr Johannes Ludwig gleich: mit souveränen Läufen hinunter ins Tal. Tobias Wendl und Tobias Arlt sind mit mittlerweile mit sechsmal Gold im Doppelsitzer notiert. Das nächste Top-Team für die 76. Sportler-Wahl.

Skeleton spielt bei der Sportler-Gala schon einmal eine Rolle. Jacqueline Lölling wurde 2017 zur „Newcomerin“ erkoren. In China ging es bäuchlings noch flotter zur Sache. Christopher Grotheer und Hannah Neise schrieben bei ihrer ersten Fünf-Ringe-Teilnahme gleich Geschichte. Die 21-Jährige aus Winterberg brachte die wohl überraschendste Goldmedaille mit nach Hause. Die Anlage mit ihren spektakulären Kurven erwies sich als das Wohnzimmer des Team D. Aber die Feierlichkeiten mit den Besten fanden – pandemie-bedingt - nur auf den Fluren der Unterkünfte statt. Da lässt sich in Baden-Baden zum Jahresende allerhand nachholen. Und dann hoffentlich ohne Masken und Abstand.

Denise Herrmann könnte in große Fußstapfen treten, als neue Biathlon-Queen nach ihren Vorgängerinnen Magdalena Neuner und Laura Dahlmaier. Bei der Wahl zur Sportlerin des Jahres huldigten die deutschen Sportjournalisten seit jeher den Erfolgen der Biathletinnen und Biathleten. Besonders hart hat die Sächsin für diesen Olympia-Coup gearbeitet, keinerlei Ablenkungen zugelassen und sich selbst erst mit Gold im Einzel und dann mit Bronze in der Frauen Staffel belohnt. Für den begehrten Titel „Mannschaft des Jahres“ brachten sich Katharina Hennig und Victoria Carl in Stellung. Sie zeigten beim Teamsprint im Langlauf ein irres Finish und konnten Überraschungsgold mit nach Hause nehmen. Damit brachten sie Bundestrainer Peter Schlickenrieder aus der Fassung. Der sein Glück kaum fassen konnte, erst Silber mit der Langlaufstaffel der Frauen und als Krönung an seinem Geburtstag vergoldete Tränchen.

Die Wintersportnation Deutschland musste aber auch einige Unwägbarkeiten verkraften. Eric Frenzel (2014 und 2018 Rang zwei zur Wahl „Sportler des Jahres“) wurde nach seiner Ankunft in Peking positiv auf Covid-19 getestet und musste sich als Favorit in der Nordischen Kombination die ersten Wettbewerbe entgehen lassen. Dafür glänzte der Oberstdorfer Vinzenz Geiger. Fulminant zog er an Teamkollege und „Sportler des Jahres“ 2017 Johannes Rydzek vorbei, mit der norwegischen Konkurrenz im Rücken flog er über die Ziellinie und heimste Gold auf der kleinen Schanze ein. Dem nicht genug, schaffte das Noko-Team nach Frenzels Rückkehr und erneutem Stärkebeweis von Geiger den Erfolg in der Team Staffel.

Bild: picture alliance

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