Eishockey-Team mit zehn „Silberlingen“ nach Peking

Das deutsche Eishockey-Team düst keineswegs als Nullnummer zu den Olympischen Winterspielen nach Peking. Im Gegenteil: die Mannschaft ist gewillt, die Medaillen-Schatulle nach Bronze (1932 und 1976) sowie Silber (2018) weiter aufzufüllen. „Wir haben eine Truppe, die sich über Zusammenhalt, Erfahrung und Siegeswillen definiert“, beschreibt Bundestrainer Toni Söderholm das Olympia-Aufgebot 2022.

Der finnische Coach kann dabei auf die Erfahrung von zehn „Silberlingen“ der Spiele vor vier Jahren bauen: Das sind Torhüter Danny aus den Birken, die Verteidiger Jonas und Moritz Müller sowie die Stürmer Yasin Ehliz, Patrick Hager, Dominik Kahun, Marcel Noebels, Matthias Plachta, Leo Pföderl und David Wolf. In Südkorea fehlten den Deutschen lediglich 55 Sekunden zu Gold. Erst in der Verlängerung siegten die Russen mit 4:3. Durch die Freude über die Silbermedaille wurde das deutsche Eishockey-Team auf eine völlig neue Plattform des Selbstbewusstseins gehoben, bei der Wahl zur „Mannschaft des Jahres“ feierten die Puckjäger den nächsten Erfolg. Gold für die Silber-Crew in Baden-Baden.

Der Berliner National-Stürmer Marcel Noebels lässt das bei seinen Worten durchblicken: „Wir müssen uns nicht mehr verstecken. Wir haben die Silbermedaille gewonnen und rückten durch unseren vierten WM-Platz im vorigen Jahr auf den fünften Weltranglistenplatz vor.“ Natürlich weiß er auch: „Durch die Silbermedaille stiegen die Erwartungen.“ Die will die Mannschaft nun ohne Spieler der NHL erfüllen. Die nordamerikanische Liga gibt ihre Spieler wegen der zahlreichen Spielausfälle durch Corona nicht frei. „Trotzdem erwarte ich Eishockey auf höchstem Niveau“, verrät Berlins Keeper Mathias Niederberger, der mit 29 Jahren zum ersten Mal bei Olympia für Deutschland in der Kiste stehen darf. Psychologisches Rüstzeug holt sich der gebürtige Düsseldorfer übrigens mit einem Buch über den Star-Wars-Regisseur und Drehbuchautor George Lucas.

Mannheims Crack Mathias Plachta (30) wiederum stimmt sich mit Videos von der letzten WM 2021 in Riga ein, als er im Halbfinale beim 1:2 gegen Finnland das deutsche Tor schoss und insgesamt bei der WM in Lettland fünfmal traf. Der Kölner Olympia-Kapitän Moritz Müller (35) freut sich wie schon 2018 auf die Spiele und empfindet die Test-Hektik um Olympia herum als etwas übertrieben.

Der Kader von 25 Spielern trifft sich am Sonntag in Mannheim und düst von dort nach Peking. Am 10. Februar steigt dann die erste Vorrunden-Begegnung gegen Kanada. Es folgen die Partien gegen die USA und China.

Bild: picture alliance

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