Hand und Fuß in Dortmund

Schwarz-Gelb ist „in“ im Moment in der ballverrückten Republik. Nicht nur die Fußballer, die am Donnerstag durch ein deutliches 4:1 über die Roten Bullen aus Leipzig den DFB-Pokal gewonnen haben, machten vor, wie man Trophäen gewinnt. Die Handballerinnen der Borussia haben in diesem Jahr Geschichte geschrieben. Am 8. Mai holten sie den ersten Titel als Deutsche Meisterinnen  in der Klubgeschichte. Ohne jede Menge „Oranje boven“, also mit Unterstützung der besten niederländischen Weltklassespielerinnen im Team, wäre der verlustpunktfreie Titel nicht möglich gewesen.

Nicht nur die holländische Torhüterin Rinka Duijndam, Weltmeisterin und EM-Dritte, sowie ihre Landsfrau Yara ten Holte, bestimmen die NL-Fraktion. Laura van der Heijden erzielte in mehr als 200 Länderspielen rund 700 Tore für „Oranje“, wurde 2019 in Japan Weltmeisterin. Gleiches gilt für Kelly Dulfer, eine der weltbesten Abwehrspielerinnen und die Chefin im Defensiv-Verbund des neuen Deutschen Meisters. Aber auch für Regisseurin Inger Smits und für Tessa van Zijl. Eine von sechs Linkshänderinnen im Team der Borussen. Rechtsaußen Kelly Vollebregt, Kreisläuferin Merel Freriks und Rückraum-Spielerin Delaila Amega vervollständigen das niederländische Kontingent beim neuen deutschen Meister.

Aus dieser Ansammlung von Weltklassespielerinnen formte Cheftrainer André Fuhr, der zuvor in Metzingen und bei der HSG Blomberg-Lippe in der Bundesliga unterwegs war, eine verschworene Gruppe.  Und im Hintergrund wirkt als Torwart-Trainerin sowie im Management mit der mehrfachen deutschen „Handballerin des Jahres“, Clara Woltering“, eine absolute Top-Spielerin. WM-Bronze mit der deutschen Nationalmannschaft, Gewinn der EHF Champions League mit dem montenegrinischen Spitzenclub aus Podgorica: Die 38-jährige Landwirtin, die auf dem elterlichen Hof in Coesfeld das Zepter schwingt, ist eine der Lichtgestalten im deutschen Frauenhandball der vergangenen 20 Jahre.

In dieser besonderen, von der Corona-Pandemie geprägten Saison, schrieben die Dortmunderinnen gleich zweimal Geschichte: Es war der erste Titel für den BVB in dessen Klubgeschichte und noch niemals zuvor gelang es einer Mannschaft, alle Spiele bis zur feststehenden Meisterschaft zu gewinnen. Grund genug also in Dortmund, für Handballerinnen und Fußballer, in diesen Tagen ein „Pülleken Pils“ aufzumachen.

Bild: picture alliance

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