FCB: Oana geht no

Nüchtern betrachtet war alles „nur“ business as usual. Der FC Bayern ließ sich vorzeitig als Deutscher Fußballmeister feiern. Der 31. Titel in der Vereinsgeschichte, der neunte hintereinander. Normalität – und doch nötigt der Run der Isarstädter, die im Dezember 2020 zur „Mannschaft des Jahres“ gewählt und in Baden-Baden ausgezeichnet wurden, sehr viel Respekt ab. So viel Kontinuität, basierend auf einer souveränen Einkaufspolitik, selbst Krisen stets mit Weitsicht und Einsatz bewältigend. Die siegessüchtigen Münchner agieren national in einer anderen Liga, die nächsten ganz großen europäischen Meriten sind nur eine Frage der Zeit.

„Mehr als Gewinnen können wir nicht“ nennt die Süddeutsche Zeitung die Antwort auf die Fragen zur Sonderstellung. Dass die „Schalensammler von der Säbener“ (Abendzeitung) diesmal nicht mit Weißbierduschen feiern konnten, macht sie nicht minder außergewöhnlich. Im Süden wird einfach Fußball der astronomischen Art gespielt, die Konkurrenz hatte in der Corona-Saison zwar nie aufgegeben – doch die Kluft zu Leipzig, Dortmund oder Wolfsburg blieb ebenso unüberbrückbar wie in den vergangenen Jahren.

Die „Campeones“, wie sich Müller, Kimmich, Neuer und Co. selbst nennen, werden ihren Weg weiter gehen. Der zehnte Streich wird ebenso sicher folgen wie das erste Weißbier im Biergarten nach dem Ende der Beschränkungen. Egal, dass schwierige Vertragsverhandlungen anstehen, denn auch auf diesem Parkett bewegen sich die FCB-Macher meist mit traumwandlerischer Sicherheit, die Finanzen erlauben es selbst in Pandemie-Zeiten. Und dass Julian Nagelsmann (noch RB Leipzig) für Erfolgstrainer Hansi Flick künftig am Spielfeldrand stehen wird, ist ein weiterer Schachzug, den eben nur die Bayern so realisieren können. Er dürfte die Rothemden auf einem ähnlichen Niveau halten.

Der bajuwarische Slogan „Oana geht no“ passt für die nächste Rallye ebenso wie das finale Tor-Geballer des polnischen Goalgetters Robert Lewandowski, der bei 39 Treffern angelangt ist. Lewy kann die eigentlich unerreichbar scheinende Marke von Gerd Müller (40 Tore in der Spielzeit 1971/72) tatsächlich knacken. Das Trikot der Münchner verleiht offenbar übernatürliche Kraft.

Bild: Picture Alliance

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.