Nordische Ski-WM: Karl und die DSV-Adler spielten die erste Geige

Die DSV-Adler haben – wie so oft – die Bilanz der deutschen Starterinnen und Starter bei internationalen nordischen Großereignissen verschönt. Als am Wochenende die Weltmeisterschaften im Allgäu beendet waren und Oberstdorf seine Gäste verabschiedet hatten, leuchtete vor allem über der Heini-Klopfer-Schanze der Audi-Arena am Fuße des Schattenbergs goldener Glanz. Wo die Kombinierer und die Langläuferinnen und Langläufer hinter den Erwartungen zurück geblieben waren, holten die sprungstarken Quartette die sprichwörtlichen „Kohlen aus dem Feuer“.  Einer ragte dabei mit vier Medaillen in vier Wettbewerben heraus: DSV-Supereagle Karl Geiger spielte vor der Kulisse der vorfrühlingshaft anmutenden Bergzinnen die erste Geige.

Doppel-Weltmeister Markus Eisenbichler und der überragende Lokalmatador Geiger führten die Mannschaften im Mixed und zum Abschluss der vierzehntägigen „Corona-WM“ unter Pandemie-Bedingungen zu den beiden Goldmedaillen aus deutscher Sicht. Das gemischte Team, bestehend aus Katharina Althaus, Markus Eisenbichler, Anna Rupprecht und Karl Geiger flog der Konkurrenz aus Polen, Österreich, Japan und Norwegen ebenso davon wie die „Viererbande“ von Bundestrainer Stefan Horngacher mit Eisenbichler, Geiger, Pius Paschke und Altmeister Severin Freund, für den dieses Edelmetall nach zwei Kreuzbandrissen wohl das Schönste und Befreiendste seiner Karriere war.

Je einmal Silber und Bronze waren den erfolgsverwöhnten Kombinierern von Trainer-Legende Hermann Weinbuch jedoch deutlich zu wenig. „Wir wollten drei Medaillen holen“, sagte der 60jährige, der beim „Kassensturz“ je einmal Silber mit der Mannschaft sowie  Bronze für Eric Frenzel und Fabian Rießle im Teamsprint verbuchen durfte. In den Loipen kamen die deutschen Frauen und Männer im „virtuellen Trubel“ der Allgäuer Winterfestspiele ohne Zuschauer dagegen über Statistenrollen nicht heraus.

DSV-Sportdirektorin Karin Orgeldinger zog demzufolge eine gemischte Bilanz. Zwar habe man „in der einen oder anderen Position noch etwas Potenzial“ gehabt, da habe man auch deutlich mehr erwartet. Dennoch sei der Verband insgesamt zufrieden, weil eigentliche gute Ergebnisse wie vierte Plätze die Medaillenbilanz bei internationalen Großereignissen nun einmal nicht auffrischen könnten. Wichtig sei, dass das Hygiene- und Sicherheitskonzept gegriffen habe: „23.000 Tests in einem engmaschigen Netz und nur neun positive Corona-Fälle.“ In Zeiten wie diesen gelten gesund nach Hause gekehrte Athletinnen und Athleten fast noch mehr als solche, die die Heimreise mit Auszeichnung am Revers antreten durften.

Auf dem Baden-Badener Parkett sind die deutschen Adler seit Jahren schon Stammgast und ganz oben auf dem Podest des Votums gelandet. Wiederholung in diesem Jahr mit Sportler-des-Jahres-Moderator Jens Zimmermann nicht ausgeschlossen. Der gebürtige Freudenstädter erfüllte seine undankbare Aufgabe als Stadionsprecher ohne Fans mit Bravour und stellte seine Fähigkeiten mit dem Mikro erneut unter Beweis. 

Bild: picture alliance

 

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