Daniel Räuchle

Wie wurde Deine Arbeit durch die Corona-Krise tangiert?  
Daniel: Auf mein Arbeitspensum hatte die Krise wenig Auswirkungen. Die Art und Weise der Berichterstattung hat sich enorm verändert. Viele Interviews wurden nicht mehr vor Ort, sondern via Internet oder Smartphone gemacht. Trotzdem war es erstaunlich und erfreulich, wie offen die Sportler trotz ihrer Probleme für Interviews und auch kreative Ideen waren. Was fehlt: der Livesport in den Hallen und Stadien.

Auch wenn Prognosen schwierig bis unmöglich sind, bitte wagt einen Ausblick auf den 20. Dezember.
Daniel: Ich bin optimistisch, dass wir die Lage so weit in den Griff bekommen, dass der „Sportler des Jahres“ stattfinden kann. Ob in der bisherigen Größenordnung, mit mehr Videoschalten und Einspielern und anderen kreativen Programmpunkten, wage ich aber noch nicht vorherzusagen. Das Team ist diesbezüglich aber sicher kreativ genug, um attraktive Modelle zu entwickeln und die neuen technischen Möglichkeiten zu nutzen.
Fix ist, dass die Wahl unter den Sportjournalisten auch 2020 durchgeführt wird. Auch wenn das Sportjahr Anfang März abrupt endete, glaubt Ihr dennoch, dass sich „geeignete“ Anwärter auf die Titel finden werden?

Fix ist, dass die Wahl unter den Sportjournalisten auch 2020 durchgeführt wird. Auch wenn das Sportjahr Anfang März abrupt endete, glaubt Ihr dennoch, dass sich „geeignete“ Anwärter auf die Titel finden werden?
Daniel: Da müssen wir vielleicht alle umdenken und nicht „nur“ nach den sportlichen Leistungen bewerten. Wer hat sich in der Krise besonders verhalten?  Wer eventuell hat Dinge kritisiert und angeprangert? Stichwort Olympia. Wer sich durch besonders soziales Engagement hervorgetan?

Wird der Sport „danach“ womöglich generell ein anderer sein?
Daniel: Ich denke die nächsten ein, zwei Jahre schon. Viele Sportarten und Ligen müssen ums Überleben kämpfen und sind noch stärker von ihren Partnern und Sponsoren abhängig. Hier hoffe ich auf Unterstützung durch den Staat. Einzelsportler (z.B. Leichtathleten) brauchen Wettkämpfe, um Startgelder zu generieren und ihre Sponsoren zu bedienen. Da darf die Pandemie nicht zu lange anhalten. Sonst besteht die Gefahr, dass viele Sportler frühzeitig ihre Karriere beenden müssen. Olympia 2021 könnte für viele allerdings ein Ziel sein, für das sie eventuell sogar in ein finanzielles Risiko gehen. Wichtig wäre diesbezüglich von den Verbänden, aber auch den Medien, nicht mehr so stark auf den Medaillenspiegel zu schauen und damit den Druck auf die Sportler noch zusätzlich zu erhöhen. Das wäre gefährlich.

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