Mannschaft des Jahres in WM-Spur

In Pepita-Hüten, wie beim „Sportler des Jahres“ 2018, soviel steht schon vor dem ersten Bulli fest, werden die deutschen Eishockeys-Cracks nicht auflaufen, wenn ab dem kommenden Freitag in der Slowakei die 83. Eishockey-Weltmeisterschaft angepfiffen wird. Dann hat die legendäre Kopfbedeckung von „Mister Eishockai“, Ex-Bundestrainer Xaver Unsinn, ausgedient und der Kopfschutz ist bei den deutschen Kufencracks wieder gefragt.  Denn schließlich will die DEB-Vertretung, olympische Silbermedaillengewinner von Pyeongchang und zudem die aktuelle „Mannschaft des Jahres“, nach dem Ende der DEL-Saison mit dem Titelgewinn der Adler Mannheim noch einmal positive Schlagzeilen ins Eis der Arenen von Bratislava und Kosice ritzen.
Die schnellste Mannschaftssport der Welt hat in Tschechien und der Slowakei einen hohen Stellenwert. Der jahrzehntelange „sozialistische Bruderkampf“ zwischen dem David Tschechoslowakei und der ungeliebten großen Sowjetunion hat die Menschen im Land des einstigen „Prager Frühlings“ zusammengeschweißt. Dass nun eine interne Auseinandersetzung zwischen Tschechen und Slowaken daraus geworden ist, gibt dem Turnier seine besondere Würze.
Das wird auch die deutsche Mannschaft zu spüren bekommen.  Der neue Bundestrainer Toni Söderholm („wir sind Außenseiter“), Nachfolger von Erfolgscoach Marco Sturm, hat deswegen alle Strippen gezogen, um ein möglichst schlagkräftiges Team aufs Eis zu schicken. Wie so oft, ist die Zusammensetzung des DEB-Kaders auch abhängig vom Status Quo in der NHL, der weltbesten Eishockey-Profiliga. Je mehr deutsche Top-Spieler früh aus den Play-Offs ausscheiden, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Finne schlagkräftige Blutauffrischung aus dem Mutterland dieser rasanten schnellen Sportart erhält. Ein Garant für Top-Leistungen aber ist save. Leon Draisaitl, erst 23 Lenze, reifte in der NHL zu einem Crack und seine Edmonton Oilers sind nicht mehr im Meisterrennen.
Die DEB-Vertretung steigt am Freitag gegen Großbritannien in das Turnier ein. Es folgen die Gruppenspiele gegen Dänemark, Frankreich, Kanada, die USA und Finnland.  Die ersten Vier aus den beiden Gruppen A und B erreichen die Viertelfinals.
Spätestens ab dann haben Söderholms Kufenflitzer Gelegenheit, darüber nach zu denken, ob sie eventuell im Dezember für Baden-Baden nochmals den Pepita-Hut aus dem Schrank holen dürfen. Vor 66 Jahren holte die deutschen Puckjäger die letzte WM-Medaille. Das sagt viel.

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