Sieben WM-Medaillen beim Biathlon

Wenn irgendwo zum Ende eines Ski-Winters junge Frauen und Männer, angefeuert und begeistert gefeiert von Tausenden bunt gekleideter und gut gelaunter Fans;  mit umgeschnallten Gewehren auf dem Rücken durch die Loipen fegen, dann ist es mittlerweile schon Tradition, dass die schwarz-rot-goldene Fraktion da ein gewichtiges Wörtchen bei der Medaillen-Vergabe mit zu reden hat.  Egal wann und wo.

Fassen wir die „Herren der Schöpfung“ von Peter Angerer in den 1980er Jahren bis hin zu den Lessers, Peiffers und Dolls dieser Tage einmal en gros zusammen und gewähren den Damen den ihnen gebührenden Aufmerksamkeits-Respekt, so erweist sich: Deutsche Biathletinnen waren (fast) immer diejenigen, die  auf dem rutschigen  Laufsteg zwischen Starthaus, Schießanlage und Ziellinie die berührendsten Geschichten schrieben.

Was mit der Generation Uschi Disl, Andrea Henkel, Kati Wilhelm begann, setzte sich fort über Ausnahme-Erscheinungen wie Magdalena Neuner, Laura Dahlmeier bis zu Denise Herrmann. Die ehemalige Langläuferin, erst seit drei Jahren geschult im Umgang mit der Waffe, war die – so der etwas verstaubt und abgenutzte Begriff – deutsche „Biathlon-Königin“ der am Wochenende im schwedischen Östersund zu Ende gegangenen Weltmeisterschaften. Gold in der Verfolgung, Silber in der Mixed-Staffel und noch einmal Bronze im Schnee-Chaos des Massenstarts: Die 30-Jährige durfte sich zum Abschied einen ganzen Medaillensatz um den Hals hängen. „Ich bin froh, dass mir so eine tolle WM gelungen ist. Da bin ich richtig stolz drauf“, bilanzierte Herrmann.

Sieben Medaillen in 12 Rennen gab es für die deutschen Skijägerinnen und Skijäger. Und mit dem derzeit bei den Herren dominierenden „Flachland-Athleten“ Arnd Peiffer aus Wolfenbüttel wurde immerhin ein zweiter deutscher Athlet einer der Champions von Östersund:  Gold in der Verfolgung, zweimal Silber mit den Teams: das war alles andere als „Harzer Käse“, was Peiffer und mit ihm die deutschen Damen und Herren zum Ende einer strapaziösen Saison im skandinavischen Schneetreiben noch einmal ablieferten.

Wie schon so oft, legten die „Fernseh-Lieblinge“ (keine andere Wintersportart ist so telegen) damit auch den Grundstein für einen Besuch Ende des Jahres in Baden-Baden. Beim „Sportler des Jahres“  tauschen sie – dann aber mit „Klunkern statt Knarre“ um den Hals oder am Handgelenk  – die Loipe mit dem Parkett. Wie immer  garantiert ohne Schneetreiben. Und das Erreichen der (zeitlichen) Ziellinie spielt dann auch keine Rolle mehr. So wie es die Sportlerinnen des Jahres Disl, Wilhelm, Neuner, Dahlmeier und bei den Herren Michael Greis immer wieder gerne vorgemacht haben.

Bild: picture alliance

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