Über Seefeld und den Berg Isel nach Baden-Baden

Was für die Tennis-Akteure Wimbledon, für die alpinen Rennläufer und Rennläuferinnen die „Streif“ in Kitzbühel bedeutet, das ist für die Skispringer/innen der Berg Isel. Wie ein mahnender Zeigefinger Gottes erhebt sich die mächtige Schanze zwischen Innsbruck und der Auffahrt über die Europabrücke Richtung Brenner in den Tiroler Himmel. Dort, und in den nur wenige Kilometer entfernten Loipen von Seefeld, wo bereits dreimal (1964, 1976 und 2012) um olympische Meriten gelaufen wurde, suchen die besten Springerinnen und Springer, die ausdauerndsten Läuferinnen und Läufer und die „Könige“ des nordischen Skisports, die Kombinierer, vom 19. Februar bis 3. März ihre Triumphatoren.

Die deutschen Top-Athletinnen und Athleten der Lüfte und in der Lope sind nicht nur bei internationalen Großereignissen, sondern auch traditionell jedes Mal eine Woche vor dem Weihnachtsfest beim „Sportler des Jahres“ in Baden-Baden ein Garant für Höchstleistungen. Aber auch für Spannung, für Kribbeln, für Atemberaubende Flüge auf virtuellen Schwingen und für Zentimeter-Entscheidungen bis zur totalen Erschöpfung auf den Langlauf-Latten. Und für jede Menge Emotionen darüber hinaus sowieso.

Deutschlands Adler, zum ersten Mal ohne ihren langjährigen Vorzeige-Springer und mentalen „Schutzschild“ Severin Freund am Start, möchten ihrem zum Saisonende scheidenden Trainer Werner Schuster das passende Abschiedsgeschenk in den Einzel- und Wettbewerben machen. Olympiasieger Andreas Wellinger, Markus Eisenbichler, Karl Geiger, Stephan Leyhe und Co. sind in Freunds Fußstapfen getreten. Und bei den Damen sind Carina Vogt und Katharina Althaus als die aussichtsreichsten „Adler-Frauen“ eines ausgeglichenen Teams immer für Top-Platzierungen gut.

Wenn die wilde Jagd nach Sekunden-Bruchteilen in der Loipe losgeht, wenn der winzige Vorsprung aus dem Sprung-Wettbewerb verteidigt werden soll oder vielleicht doch ein größerer Rückstand aufgeholt werden muss, dann schlägt die Stunde der DSV-Kombinierer. Eric Frenzel, Zweiter der letzten Sportler-Wahl und Johannes Rydzek (2017 die Nummer 1) sind längst nicht mehr die einzigen Medaillen-Kandidaten in einem Team, in dem „Jugend forsch“ mit tollen Nachwuchsleuten das Motto ist. Zum Beispiel Vinzenz Geiger (im Bild links), im letzten Dezember mit dem Newcomer-Award der „Glücksspirale-Siegerchance“ ausgezeichnet.

Dass es auch bei den Spezialist(inn)en durchaus die eine oder andere Chance auf eine Top-Platzierung gibt, das zeigte Sprinterin Sandra Ringwald am Wochenende mit ihrem zweiten Rang im Weltcup. Vom Berg Isel und von den Seefelder Loipen ist es nicht weit nach Baden-Baden. Einige der deutschen Athletinnen und Athleten werden in den nächsten Tagen wohl schon einmal das Ticket für ihren ganz persönlichen Dezember-Trip buchen.

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