Und der (ewige) Wiede sei mit Ihnen…

Torjubel bei Fabian Wiede | Deutschland – Kroatien | Handball WM 2019 © picture-alliance Torjubel bei Fabian Wiede | Deutschland – Kroatien | Handball WM 2019

Ein wenig ist es so, als hätte man zuvor bei „Erlebnis Reisen“ die Variante  „mit Vergnügungszuschlag“ gewählt. Mit der Option um Verlängerung und eventuell abschließender Nordland-Exkursion nach Dänemark. Denn die unglaubliche Rundreise der deutschen Handballer durch die pickepacke vollen Arenen der Republik geht weiter: Was im Hexenkessel von Berlin begann, im Kölner „Henkelmännchen“ vor fast 20.000 schier aus dem Häuschen geratener schwarz-rot-goldener Masse weiter gesponnen wurde, geht am Freitag  in Hamburg weiter. Und soll dann, so das feste Vorhaben, am kommenden Sonntag im dänischen Herning enden.
Denn nach dem 22:21-Erfolg vom Montagabend gegen die Handballmacht Kroatien steht bereits vor dem Aufeinandertreffen mit Europameister Spanien am Mittwoch fest: Christian Prokop und seine Adlerträger greifen in den Kampf um die Medaillen ein,  stehen unter den letzten vier dieser Weltmeisterschaft. Ebenso wie Weltmeister Frankreich. Und in Hamburg wartet am Freitag einer der großen Drei aus dem Wikinger-Trio Dänemark, Schweden und Norwegen.
Wie schon in den Remis-Partien gegen Russland und die Franzosen war das Aufeinandertreffen mit dem Team von Handball-Fuchs Lino Cervar (68), so eine Art „Balkan-Heiner-Brand ohne Schnurrbart“, nichts für Menschen, die dem korrekten Ablauf ihres Herz-Kreislauf-Systems nicht mehr so recht über den Weg trauen: Schwacher Beginn, heran gekämpft, verletzungsbedingter Ausfall des Spielmachers Martin Strobel, auf drei Tore abgesetzt, dann wieder hinten gelegen und am Ende ein einziger Treffer mehr: Jeder ARD-„Tatort“ ist dagegen eine  Wohlfühl-Oase, ist wie eine zärtliche Novelle aus der Feder von Rosamunde Pilcher.
„Wir haben jetzt alles in der Hand. Wir haben das Publikum im Rücken. Alle anderen müssen eigentlich mehr Angst vor uns haben als wir vor denen“, bilanzierte der kantige Abwehrchef Patrick Wiencek. Der Kieler ist mit seiner ungeheuren körperlichen Präsenz so eine  Art Zerberus, der Höllenhund der griechischen Mythologie, vor eigenen Eingangstor. Mit Fabian Wiede ist neben Fäth am Montagabend ein weiterer Experte für die sogenannten „scharfen“ Dinger aus dem Rückraum gefunden worden. Einer, der ebenfalls dafür sorgen könnte, dass im Dezember im Benazét-Saal des Kurhauses von Baden-Baden zwei Tische für ihn und seine Kumpels renoviert werden müssen:  Sechsmal traf der Linkshänder aus Berlin kompromisslos: Und deshalb setzen Deutschlands Handballer für die 60 Minuten in Hamburg  wieder darauf: Und der (ewige) Wiede sei mit Ihnen…

Bild: picture-alliance

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