20 Stunden zuvor: Was tut sich im und vor dem Kurhaus?

Knappe 20 Stunden noch, dann hat sich das Kurhaus in Baden-Baden von einer Baustelle in ein Märchenschloss verwandelt.  Dann beginnt im Benazét-Saal vor 720 geladenen Gästen die 72. Proklamation zum „Sportler des Jahres“. Was tut sich in der Hektik des Treibens in und vor Baden-Badens „guter Stube“ zu diesem Zeitpunkt?  Oberstes Gebot ist jetzt: Bloß nicht aus der Ruhe bringen lassen. Denn irgendwie war ja alles schon einmal dagewesen. Jedes Jahr um diese Zeit halt.
So wie bei Herrn Schmidt. Herr Schmidt it der „Hüter des Hauses“ vom Kurhaus. Zumindest einer davon. Freundlich, hilfsbereit, Auskunfts-freudig. Herr Schmidt plaudert ein bisschen aus dem Nähkästchen:  „Es gibt ja hier nur einen Eingang.  Entweder die Leute wollen ins Casino oder zu einer Veranstaltung oben. Da heute der Treppenaufgang gesperrt ist, fragen natürlich viele Leute, die vom Weihnachtsmarkt herein kommen, warum sie nicht hinauf können. Und der „Sportler des Jahres“ ist natürlich ein Begriff. Viele fragen dann, wann morgen die Gäste eintreffen und was man ab wann vor dem Kurhaus auf dem Roten Teppich sehen kann.“
Im Eingangsbereich hat auch Mobilitäts-Dienstleister Toyota eine blank geputzte Limousine aufstellen lassen. Versehen mit den Autogrammen der erfolgreichen deutschen Olympioniken von Pyeongchang. Viele Zaungäste und „Kiebitze“ drücken sich an dem nagelneuen C-HR die Nase platt und „enträtseln“ die Autogramme: „Das müsste der Wellinger sein.“ – „Guck mal, kann das Dahlmeier heißen?“ Es ist ein ständiges Kommen und Gehen im Vorraum des Kasinos.
Vor dessen breit einladenden mächtigen Portalen geht es zum gleichen Zeitpunkt zu wie in einem „Bienenschwarm.“ Der wunderschöne Baden-Badener Weihnachtsmarkt versprüht internationales  Flair. Wir fragen auf einem Stand mit „produits regionaux“ aus dem Elsass nach. Aus dem schmucken Häuschen von  Monsieur Lagarde strömt betörender Duft nach außen: „des gaufres d‘Alsace“ – „Elsässer Waffeln“ mit verschiedenen  Aufstrichen.  Dazu weitere süße Köstlichkeiten aus der französischen Region, unweit vom „Tor zum Schwarzwald“ gelegen.
Wir sagen Monsieur Lagarde, weshalb wir hier sind und wollen von ihm wissen, ob es in Frankreich etwas Ähnliches gibt. Eine Wahl und Auszeichnungen der besten Sportlerinnen und Sportler eines Jahres. Der Mann aus dem Elsass kommt schon seit vielen Jahren nach Baden-Baden, kennt die Gala im Kurhaus also. Zumindest aus der Ferne bekommt er Sonntagsabends für eine gute Stunde etwas davon mit, wenn die Gäste auf dem „Roten Teppich“ anreisen. Nein, sagt er, etwas Ähnliches, zudem noch in dieser glamourösen Aufmachung, sei ihm von Frankeich her nicht bekannt.
Im Treppenumlauf, vor dem Eingang zum Saal, und in den Räumen der „After Show Party“ werkeln unterdessen viele dienstbare Geister, packen Kisten aus, bauen Stände auf. Beständig, mit System, aber ohne Hast und Hektik. Der „Sportler des Jahres“ 2018 kann kommen. Alle sind gerüstet 20 Stunden zuvor

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