„Wir haben den Titel mehr gewollt als alle anderen!“

Freudestrahlend und aus voller Brust sangen sie die Nationalhymne mit, die Hand ans Herz gedrückt – geschafft! Nach der Siegerehrung bei den Weltmeisterschaften der Ruderer Mitte September im bulgarischen Plovdiv flog dann Steuermann Martin Sauer traditionsgemäß im hohen Bogen ins Wasser des Ruderkanals.

Zuvor hatte es der Deutschland-Achter „der Ruderwelt gezeigt“ (Schlagmann Hannes Ocik). In exakt identischer Besetzung gelang dem „Flaggschiff“ des Deutschen Ruderverbands die Titelverteidigung – eine wahrhaft einmalige Leistung, die auf einer willensstarken und beeindruckenden Vorstellung beruhte. Mit einem Start-Ziel-Sieg hielten Steuermann Martin Sauer und seine „Body-Guards“ – Schlagmann Hannes Ocik, Richard Schmidt, Malte Jakschik, Jakob Schneider, Torben Johannesen, Maximilian Planer, Felix Wimberger und Johannes Weißenfeld – die Konkurrenz in Schach und auf Distanz. Knapp zwei Sekunden betrug der Vorsprung, den das deutsche Boot im Ziel hatte, nur drei Hundertstelsekunden trennten Vize-Weltmeister Australien und Bronzemedaillengewinner Großbritannien, weitere 17 Hundertstel dahinter blieb Mitfavorit USA lediglich der vierte Platz.

„Wir konnten uns nach dem Start gut lösen und sind nie unter Druck geraten“, analysierte Bundestrainer Uwe Bender später. Und Ocik bestätigte: „Die ersten 1.500 Meter sind wir optimal am Limit gerudert. Dann haben wir das Ding nach Hause gefahren.“ Felix Wimberger gab Einblick in sein Gefühlsleben und sagte: „Ich hatte sehr viel Adrenalin auf den ersten 500 Metern. Das ganze Rennen hat sich wie ein einziger Spurt angefühlt – das war 100 Prozent Wille. Wir haben den Titel mehr gewollt als alle anderen.“

Doch ganz so leicht und sicher, wie der deutsche Sieg von außen schien, war das WM-Finale denn doch nicht: „Die letzten 500 Meter waren knüppelhart. Da waren viel Herz, Kampfgeist und Intensität zu spüren“, gestand Johannes Weißenfeld, der jedoch auch einräumte: „Ich habe keine Sekunde daran gezweifelt, es nicht zu schaffen!“

Schon siebenmal war der Deutschland-Achter „Mannschaft des Jahres“. Folgt jetzt in Baden-Baden ein achter Erfolg für den Achter?

Bild: Detlev Seyb

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