Wer wird jetzt „Mannschaft des Jahres“…?

Eines steht seit dem 27. Juni dieses Jahres mit unumstößlicher Sicherheit fest, bevor überhaupt der erste Stimmzettel ausgefüllt ist: Die „Mannschaft des Jahres“ 2014 wird nicht die „Mannschaft des Jahres 2018“ sein. Angereist als strahlende Weltmeister nahmen Bundestrainer Joachim Löw und der im Finale gegen Argentinien arg ramponierte Christoph Kramer vor vier Jahren die Ovationen der 700 geladenen Gäste im illuminierten Kurhaus von Baden-Baden entgegen. Jetzt, nach Platz 4 in der scheinbar leichtesten WM-Gruppe musste „Die Mannschaft“ 18 Tage früher als geplant die Heimreise antreten, landete am Donnerstag-Nachmittag in Frankfurt.
Zum ersten Mal überhaupt scheiterte eine DFB-Vertretung bei der alle vier Jahre stattfinden Welt-Gala der besten Kicker quasi „beim Warmlaufen“ für die „richtigen“ Turnierspiele. Zwei Tore in 270 Minuten, zwei „Zu-Null“-Niederlagen gegen die bestenfalls als mittelmäßig eingestuften Teams aus Mexiko und Südkorea. Das ist die Bilanz des Personal-Puzzles  aus den Weltmeistern 2014 und den Confedcup-Siegern des vergangenen Jahres.
Die Aufarbeitung des frühen Scheiterns müssen andere aufarbeiten. Für Deutschlands Sportjournalisten aber heißt es in den nächsten sechs Monaten des Geschehens in den Stadien und in den Hallen: genau hinsehen und sich auch an das erinnern, was bereits vorüber ist im Sportjahr 2018.
Denn es gibt jede Menge schwarz-rot-goldene Formationen, die im olympischen Schnee und auf dem gleichen Eis von Pyeongchang wunderbare sportliche Momente zelebriert haben. Erfolge, Augenblicke, die es wert sind, fest gehalten zu werden, wenn die besten Mannschaften des deutschen Sports für dieses Jahr ausgezeichnet werden.  Und deutsche Sportlerinnen und Sportler werden das auch in den anstehenden Wochen und Monaten weiter tun.
Für viele am Sport interessierte Menschen gilt: Ohne Fußball ist alles nichts. Aber Fußball alleine ist eben auch beileibe nicht alles. Deswegen sollten man sich schon jetzt auf die Sportler und Sportlerinnen und auch auf die Mannschaft des Jahres 2018 freuen. Egal, wer es sein wird: Sie werden es verdient haben. Auch ohne die DFB-Formation, die in den nächsten Wochen dennoch mit den Konsequenzen aus dem Russland-Aus für Schlagzeilen sorgen dürfte.

Bild: picture alliance

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