Siegesfeier von Tokio nach Baden-Baden verschieben

Elisabeth Seitz gehört zu Deutschlands erfolgreichsten Turnierinnen, 2012 in London und 2016 in Rio de Janeiro war sie bereits auf dem ganz großen Parkett zu sehen. Schrammte in Rio um die Winzigkeit von 0,033 Punkten an ihrer ersten olympischen Medaille vorbei – in Tokio will sie aufs Podium. Die Qualifikationen stehen Anfang Juni bei den „Finals Berlin Rhein Ruhr“ und Mitte Juni in München (12.6.) an. Bis dahin gilt es die nationale Konkurrenz zu beobachten und sich selbst weiterzuentwickeln. Tausende Wiederholungsübungen stehen auf dem täglichen Trainings-Programm, zwei Mal täglich bis zu sechs Stunden wird für den olympischen Traum trainiert. Den Druck will sie sich aber selbst nehmen und sagt: „Meine Erfahrung gibt mir Selbstvertrauen und solange ich das Vertrauen in mich selbst habe und alles sauber durchturne, sollte kein großer Diskussionsbedarf bestehen“.
Auch den kleinen Rückschlag am Stufenbarren bei der Turn-EM in Basel – als sie bei einem Zusammenspiel aus „technischem Fehler und fehlender Konzentration“ stürzte, warf sie nicht wirklich zurück. Die mentale Stärke hat sich „Eli“, wie sie fast alle nennen, durch ihre jahrelange Wettkampfroutine erarbeitet. Und „Richtung Olympia werde ich noch fitter, dann passieren solche Fehler nicht mehr so schnell.“ Die EM war für die 22-fache deutsche Meisterin zwar der erste Wettkampf nach über einem Jahr, jedoch nicht das Saisonhighlight.
Geplant ist die Anreise in das Land der aufgehenden Sonne schon zehn Tage vor den Wettkämpfen, um sich zu akklimatisieren. „Ich denke nicht, dass wir mehr sehen als die Halle, unser Zimmer und das olympische Dorf, wir werden keinen Schritt aus der Blase raus machen können“, so ihre Befürchtung. Aber die gebürtige Heidelbergerin konnte bei vorangegangenen Spielen ausreichend „Olympia-Feeling“ aufsaugen und ist einfach „total froh, dass es stattfindet. Weil der Weg zu den Spielen extrem schwer und anstrengend ist - und man alles dafür investiert, ja man gibt sein Leben komplett hin.“
Besuche von anderen Wettkämpfen und Kontakte zu Sportlern sind in diesem besonderen Jahr wohl eher tabu. „Jeder Schritt ist festgelegt, getestet werden soll in Tokio täglich, auch die Abreise ist bereits fix, spätestens 48 Stunden nach dem letzten Wettkampf muss das Team die Heimreise antreten.“ Eine große Party, wie sie die Aktiven sonst im Deutschen Haus des Team D feierten, wird es aufgrund der Infektionsgefahr nicht geben können.
Elisabeth Seitz (27) würde dies gerne verschieben: „Und zwar nach Baden-Baden. Es wäre echt schön, wenn der Sportler des Jahres 2021 im Dezember mit Gästen stattfinden könnte, das wäre für uns alle gerade nach den anstrengenden Jahren sowas wie Balsam für die Seele, das Zusammenkommen, sich feiern können. Dann verlegen wir die Siegesfeier von Tokio dorthin.“

Foto: picture alliance

 

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