Die deutschen Para-Girls im Erfolgs­­rausch

Nicht nur „Ladies first“, sondern bisher „Ladies only“:  Bei den Paralympischen Spielen in Pyeongchang betätigen sich bislang alleine die Vertreterinnen des weiblichen Geschlechtes als die Vorzeige-Athleten aus deutscher Sicht.  Zur Hälfte der noch bis am kommenden Sonntag (18. März) andauernden Wettbewerbe auf den olympischen Sportstätten in Südkorea liefern die deutschen Athletinnen erneut ein hervorragendes Zeugnis ihrer Leistungsfähigkeit ab. Damit wurden sie auch dem öffentlichen Druck und der eigenen Erwartungshaltung gerecht.
Erfreulich dabei ist die Tatsache, dass die Last der Erfolgsbilanz nicht nur auf den Schultern der überragenden Monoski-Fahrerin Anna Schaffelhuber liegt.  Zwar unterstrich die 25-jährige Regensburgerin, die bereits vier Jahre zuvor in Sotchi zur alles überragenden Athletin mit fünf Para-Titeln aufgestiegen war, ihre Ausnahmestellung in den alpinen Wettbewerben. Aber neben der Lehramts-Studentin, die in den vergangenen vier Jahren immer in den „Top Ten“ bei der Wahl zu Deutschlands „Sportlerin des Jahres“ gelandet war, schrieben weitere deutsche Athletinnen ihr ihre eigene persönliche Bilanz. Und die stand dabei in nichts zurück.
Schaffelhuber war es jedoch, die ihre Teamkameradinnen von Beginn an mitriss und für die richtige Aufbruchstimmung sorgte. Nach dem Sieg in der Abfahrt holte sie, die sich so gar nicht gerne als der Star der deutschen Mannschaft verstanden wissen will,  in ihrer Disziplin der sitzenden Starterinnen auch Gold im Super-G Gold. In der Super-Kombi musste sie nur ihrer Teamkollegin Anna-Lena Forster den Vortritt lassen, sodass am Ende zwei deutsche Athletinnen auf das Podium zur Siegerehrung fahren konnten. Im abschließenden Slalom hoffen beide auf weitere Erfolge. Als Edelmetall-Liebhaberin entpuppte sich auch Andrea Rothfuss: Sie raste in der stehenden Disziplin zu überragenden vier Podest-Plätzen: Silber in der Abfahrt, Super-G, Super-Kombi und Riesenslalom.
Ein ganz besonderer Fall ist die Spezialistin in den nordischen Disziplinen, Andrea Eskau. Die Fahnenträgerin der deutschen Mannschaft in Pyeongchang, die ja eigentlich eine „gelernte“ Handbikerin ist und in Peking schon zu paralympischem Gold gefahren war,  stockte ihre persönliche Winter-Bilanz weiter auf. Die 46-jährige Thüringerin ist eine ungewöhnliche Athletin mit Erfolgen im Sommer wie im Winter. Den beiden Silbermedaillen im Ski-Langlauf folgte jetzt in Korea auch noch das Gold im sitzenden Biathlon.

Bild: picture alliance

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