Pyeongchang 2.0: „Anna die Große“ …

…und das Deutsche Paralympics-Team

Die Olympioniken sind längst abgereist,  die (meisten) Paralympiker dagegen bereits eingetroffen: Knapp zwei Wochen nach dem Ende der olympischen Winterspiele steht Südkorea ab Freitag dieser Woche vor dem nächsten globalen sportlichen Großereignis: In Pyeongchang gehen die Sportlerinnen und Sportler  des Deutschen Behindertensportverbandes auf Medaillenjagd. 20  Athletinnen und Athleten sowie vier Begleitläufer möchten  es ihren nicht behinderten Kolleginnen und Kollegen bei der Medaillenvergabe gleichtun.  Gelegenheit dazu haben die DBS-Vertreter bis zum  18. März bei insgesamt 80 Wettbewerben in  sechs Sportarten: Biathlon, Curling, Sledgehockey (Eishockey auf Schlitten),  Ski Alpin, Langlauf und Snowboard.
Star des Deutschen Teams ist unbestritten die fünffache Paralympics-Siegerin von Sotchi 2014, Anna Schaffelhuber. Die 25jährige gebürtige Regensburgerin geht erneut in allen fünf Disziplinen der alpinen Wettbewerbe an den Start. Die Lehramts-Studentin, die seit ihrer Geburt querschnittsgelähmt ist, und auf den Rollstuhl angewiesen ist, beherrscht ihren Mono-Skibob, der mit speziellen Unterarmstützen ausgerüstet ist, mit traumwandlerischer Sicherheit. „In Sotchi war ich noch eine von vielen gewesen, in diesem Jahr bin ich in jedem Wettbewerb Titelverteidigerin. Das ist etwas ganz anderes, der Druck ist immens groß“, sagt Schaffelhuber  die ihre größte Konkurrentin im eigenen Team weiß: Die erst 22jährige Anna-Lena Forster gilt ebenfalls als aussichtsreiche Kandidatin auf Edelmetall in den alpinen Wettbewerben.
Um den Startern möglichst gleiche und faire Bedingungen zu garantieren, werden die Sportler und Sportlerinnen nach dem Grad ihrer Behinderung eingestuft und duellieren sich mit dem größtenteils gleichen Grad der Behinderung oder Einschränkung. Inzwischen  haben die Paralympics auch in der öffentlichen Wahrnehmung einen immer höheren Stellenwert eingenommen. Aus Pyeongchang übertragen die beiden Öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten ARD und ZDF im Wechsel von den gleichen Wettkampfstätten, auf denen auch die Olympischen Wettbewerbe stattfanden. Der Medienpartner, des „Sportler des Jahres“, das ZDF,  überträgt  die Eröffnungsfeier der Paralympics am Freitag, 9. März, ab 11.50 Uhr. Beide Sender schicken rund 60 Stunden an Live-Entscheidungen und Hintergrundberichten aus Pyeongchang nach Deutschland.
Paralympische Athletinnen und Athleten sind auch beim „Sportler des Jahres“ gern gesehene Gäste. Ihre Leistungen wurden bereits mehrfach auf vorderen Plätzen der Ergebnislisten gewürdigt.  Anna Schaffelhuber lag in den Jahren zwischen 2014 und 2017 als Vierte, Siebte und Zehnte jeweils auf einem Top-Ten-Platz. Para-Leichtathletin Vanessa Low wurde im Jahr 2016  Achte. Wiederholung bei einem erfolgreichen Abschneiden der Delegation um „Anna die Große“  in den Spielen ab dem kommenden Freitag auch im Dezember dieses Jahres nicht ausgeschlossen.

Bild: picture alliance

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