„Zar“ Alexander

Einer für Sand und Rasen
   

Auch wenn Alexander Zverev vor wenigen Wochen  beim ATP-Finale in London  weder das Endspiel noch das Halbfinale erreichte, so ist er zweifelsohne doch der Tennis-Aufsteiger des Jahres. Längst ist der 20-Jährige nicht mehr der „kleine Bruder“ des zehn Jahr älteren Mischa Zverev. Er ist selbst einer der Großen im Tennis-Zirkus. In diesem Jahr  ist er in der Weltrangliste bis zur Nummer drei  aufgestiegen und damit der beste Deutsche seit den Tagen von Boris Becker.

Lob erhält er auch vom Schweizer „Frontmann“ Roger Federer, der kurz und bündig erklärt: „Zverev hat eine goldene Zukunft vor sich.“ Bei seinem sportlichen Beutezug in diesem Jahr kam der Hamburger mit russischen Wurzeln auf insgesamt fünf Turniersiege. Unter anderem düpierte er im Finale von Rom den früheren Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic und  setzte er sich in einem denkwürdigen Endspiel von Montreal gegen sein Vorbild Roger Federer durch. Vom amerikanischen Team-Kapitän John McEnroe, einem der ganz Großen früherer Jahre, erhielt er ebenfalls höchste Anerkennung.

Selbstvertrauen erhält Zverev vor allem von seinem inneren Zirkel. So trainierte ihn sein Vater schon früh, erhielt und erhält er stets wertvolle Tipps von seinem Bruder, achtet Fitness-Coach Jez Green auf das körperliche Wohlergehen und feilt seit neuem  der frühere spanische Weltklassespieler Carlos Ferrero an den technischen und taktischen Finessen. Kraftvoll sein Aufschlag, behende bewegt er sich zwischen den Linien und mit seiner dominanten Rückhand findet er zumeist die richtige Antwort.

Auch für 2018 hat sich der in Monte Carlo lebende Lockenkopf ehrgeizige Ziele gesetzt. So will er Anfang des Jahres beim Hopman-Cup in Perth  an der Seite von  Angelique Kerber das deutsche Tennis bestmöglich vertreten. Zudem hat er bereits  zugesichert, im nächsten Jahr auch unter der Regie des deutschen „Chef-Beauftragten“ Boris Becker im Daviscup für Schwarz-Rot-Geld anzutreten. Natürlich locken den Weltklassespieler im kommenden Jahr aber auch unterschiedliche Beläge wie der Sand von Roland Garros und  der grüne Rasen von Wimbledon.