Radsprinterin Kristina

Ein Vogel auf sibirischem Holz


Die Bretter, die ihr sprichwörtlich die Welt bedeuten, müssen aus ganz besonderem Holze geschnitzt sein. Deshalb sang Radsprint-Olympiasiegerin Kristina Vogel in Berlin auch ein Loblied auf das Holz der sibirischen Lärche und die daraus entstandene neue Radpiste. „Das Holz ist ganz etwas Besonderes. Die Berliner Bahn ist dadurch unwahrscheinlich schnell. Wenn man darauf in die Kurve jagt, hat man das Gefühl, in einer Achterbahn zu sitzen“, erklärte die Erfurterin und holte nach ihren zwei WM-Sieg dann im Oktober auch prompt zweimal EM-Gold.
„In der Zeit ohne Wettkämpfe bin ich bei der Bundespolizei im Einsatz“, schildert die Hauptmeisterin ihren außersportlichen Alltag. Für Fahrraddiebe dürfte es deshalb auf dem Erfurter Bahnhof eng werden, denn dort befindet sich Kristinas Revier. Die neunmalige Weltmeisterin und fünfmalige Europameisterin ließ für die Heim-EM in diesem Jahr viel Geld bei spektakulären Einladungsrennen außerhalb Europas sausen. „Wann hat man schon einmal eine EM im eigenen Land. Ich habe deshalb die Keirin-Rennen in Japan abgesagt. Ich will dem deutschen Bahnradsport weiter zu Popularität verhelfen“, verrät die Edelsprinterin.
Nach der erfolgreichen Europameisterschaft erweiterte die schnelle Kristina ihre Bilanz um weitere fünf Weltcupsiege. Dabei schien ihre Karriere im Jahr 2009 fast schon beendet. Damals kollidierte sie beim Training auf der Landstraße mit einem Polizei-Fahrzeug. Die damals 17 Jahre alte Radsprinterin flog durch die Frontscheibe, erlitt Schnittwunden im Gesicht, brach sich zudem einen Brustwirbel und die Handwurzelknochen. Doch nach langem Krankenhaus-Aufenthalt kämpfte sich Kristina zurück ins Leben und auf die Radrennbahn, auf der die 26-Jährige noch viele weitere Medaillen sammeln will.

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