Lucky Laura: Ausnahme-Biathletin

Dahlmeier ist das Maß aller Dinge

Sie ist das Gesicht des deutschen Biathlon-Sports. Und das nicht nur wegen ihrer Erfolgsquote, die im vergangenen Winter das Maß des Vorstellbaren sprengte. Nein, sie ist es auch wegen ihrer natürlichen, unkomplizierten und so gar nicht kapriziösen Art. Insgesamt sieben Weltmeister-Titel sprechen genauso für sie wie ihr herzliches und sympathisches Auftreten in der Öffentlichkeit:
Wer von den deutschen Skijägerinnen spricht, der denkt als Erstes vor Allem an sie: An Laura Dahlmeier. Denn wer im vergangenen Winter zwischen Antholz und Ruhpolding in der Loipe und am Schießstand etwas „ernten“ wollte, der musste schneller laufen und besser treffen als Deutschlands Königin des nordischen Wintersports. „Lucky Laura“ war die internationale Messlatte schlechthin.


Im vergangenen Winter schrieb die Oberbayerin Sport-Geschichte: Bei der Weltmeisterschaft in Hochfilzen gelang ihr Unglaubliches. Als erste Starterin im gesamten Biathlon-Zirkus gewann sie bei einer WM fünfmal Gold. Hinzu kam noch eine Silbermedaille. Dass sie auch noch den Gesamt-Weltcup zu ihren Gunsten entschied, zehn Saisonerfolge und sieben Podiumsplätze einheimste, verwundert da nicht.


2018 steht für die 24jährige wie für alle anderen Teammitglieder und Konkurrentinnen auch Olympia in Pyeongchang im Mittelpunkt der Vorbereitungen. Vom 9. Bis 25. Februar des kommenden Jahres wird die Garmisch-Partenkirchenerin versuchen, ihrer umfangreichen Medaillensammlung weiteres Edelmetall hinzu zu fügen. Doch die Vorstellungen der deutschen „Überfliegerin“ haben sie natürlich den Sommer über bei ihrer gesamten Vorbereitung begleitet. Ihre Erfolge am Fließband sind nicht nur Segen, sondern auch Fluch und Ballast zugleich.


„Es erwarten jetzt alle sehr viel von mir, aber die Konkurrenz ist bei Olympia besonders motiviert“, baute sie vor dem Weltcup-Auftakt im schwedischen Östersund vor. Die ersten Rennen des neuen Winters verpasste Laura schon einmal wegen einer Erkältung. „Wenn sie gesund bleibt, wird sie auch im kommenden Winter nur schwer zu schlagen sein“, orakelte schon einmal der deutsche Biathlon-Olympiasieger Ricco Groß, der seit zwei Jahren die russischen Skijäger um den Gesamtweltcup-Zweiten Anton Schipulin trainiert.


Auf dem Parkett in Baden-Baden wird Laura genauso „heiß gehandelt“ wie an der Loipe und am Schießstand. Nach Rang zwei im vergangenen Jahr hinter der damaligen-Weltranglisten-Ersten Angelique Kerber ist die unumschränkte Vorzeige-Athletin des Deutschen Biathlon-Verbandes in diesem Jahr eine heiße Kandidatin auf die Nachfolge der Tennis-Queen.

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