Weltmeister Frank Stäbler

Der Ringer tauscht die Ringe

Es war und ist schon ein ganz besonderes Jahr für den Ausnahmeathleten Frank Stäbler aus Musberg in der Nähe von Stuttgart. Nachdem der Ringer am 1. Juli die Ehe-Ringe mit seiner langjährigen Freundin Sandra Musch getauscht hatte, fuhr er hochmotiviert zu den Weltmeisterschaften im griechisch-römischen Stil nach Paris. An der Seine holte der frisch gebackene Ehemann in der Klasse bis 71 kg seinen zweiten WM-Titel nach 2015. Um das persönliche Glück voll zu machen, durfte der umtriebige Schwabe schließlich auch noch verkünden, dass er erstmals Vater werden würde.

Ein turbulentes Leben des 28-Jährigen, der ein Jahr zuvor noch durch seine Auftritte in der Fernseh-Show „Big Brother“ auf sich aufmerksam gemacht hatte. Zuvor allerdings hatte sich sein lange gehegter Traum zerschlagen, in Rio de Janeiro Olympiasieger zu werden. Die Nachwirkungen eines Risses des Syndesmose-Bands waren einfach zu gravierend gewesen. Dermaßen gehandicapt, kam für den ehrgeizigen Ringer bereits in der zweiten Runde das frühe Aus. Wie schon 2012 in London blieb ihm eine olympische Medaille verwehrt.

Auch in diesem Frühjahr machte Stäbler ein Innenbandriss im Knie zu schaffen, doch mit Zähigkeit und speziellen Tape-Verbänden überwand er diesen Rückschlag. Bei der WM in Paris profitierte Stäbler schließlich von einer Regeländerung, aufgrund derer er kein „Gewicht mehr machen“, also nicht rapide abnehmen, musste. Stäbler war also nicht gezwungen, bei den „abgekochten“ Leichtgewichten in der Klasse bis 66 Kilogramm an zu treten, sondern genoss stattdessen in der 71-kg-Klasse Startrecht.

Sechs harte Kämpfe an einem einzigen Tag musste er auf dem Weg zum Titelgewinn absolvieren. Dank seiner glänzenden Technik sammelte er Punkt um Punkt, schaltete auf dem Weg zum Gold zwei Vize-Weltmeister, einen Sieger bei den Asienspielen sowie im Finale den Kasachen Demeu Schadrajew aus. Das Alles vor den Augen seiner gesamten Familie und seines Managers, die den Titel anschließend gemeinsam mit ihm feiern durften.

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