Sportler des Jahres - Artikel nach Datum gefiltert: Juli 2017

Nach der WM: DSV-Athleten suchen Wege aus dem Tief

Deutschlands Beckenschwimmer haben bei den am Sonntag zu Ende gegangenen Weltmeisterschaften in Budapest nicht die Medaillenränge erreicht, die man sich insgeheim vor Beginn der Titelkämpfe in der ungarischen Hauptstadt von ihnen erwartet hatte. Einzige Medaillengewinnerin im Team des Deutschen Schwimmverbandes war Franziska Hentke, die mit einer Silbermedaille über 200 Meter Schmetterling verhinderte, dass die DSV-Athleten ganz ohne Edelmetall nach Hause kehrten.
Im Moment hängen die deutschen Schwimmerinnen und Schwimmer, die schon für so viele Aufsehen erregende Erfolge und für Titel oder Rekorde bei internationalen Großereignissen standen, im Tief. Bei 25 Starts an der Donau gelangen den deutschen Beckenschwimmerinnen und Schwimmerin lediglich fünf Finalteilnahmen. Lediglich ein einziges Mal vollzog ein deutscher Sportler oder eine deutsche Sportlerin den Sprung auf das Treppchen. Neben Hentke gelang keinem der im Finale vertretenen DSV-Repräsentanten eine bessere Platzierung als Rang sieben. Auch von den drei deutschen Staffeln gelang lediglich einer Formation wegen der Disqualifikation einer gegnerischen Mannschaft der Sprung in den Endlauf.
Im Lager des DSV, der seit den Olympischen Spielen in London 2012 einen permanenten Abwärtstrend beklagt, will man nun die Lage sondieren und analysieren, was zu tun ist, um in Zukunft wieder an die früheren Erfolge sowohl bei den Frauen wie auch bei den Männern an zu knüpfen. Der frühere Weltmeister Thomas Rupprath meinte nach der Schlussfeier am Sonntagabend: „Eigentlich hatten wir uns vorgenommen, spätestens im Jahr 2020 wieder unter den besten fünf Nationen des internationalen Schwimmsports zu sein. Das halte ich im Moment für aussichtslos.“
Für eine bessere Zukunft soll vor allem Cheftrainer Henning Lambertz sorgen, hinter dem der Verband trotz massiver Kritik offensichtlich steht. Es wäre ihm und den deutschen Schwimmerinnen und Schwimmern zu wünschen, dass sie bald wieder den Kopf aus dem Wasser recken und zum Siegerpodest schielen können. Denn die „Wasserratten“ waren über viele Jahre und Jahrzehnte ein fester und immer gern gesehener Bestandteil beim Familienfest des deutschen Sports gewesen.

Bild: picture alliance

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Fecht-WM: Schmidts Degen trifft zu Bronze

Immer dann, wenn es darum geht, den Medaillenspiegel bei Olympischen Spielen auf zu bessern, dann sind deutsche Fechterinnen und Fechter ein zuverlässiger Multiplikator.  Von den frühen Erfolgen eines Alexander Pusch über Anja Fichtel bis hin zu den heutigen Edelmetall-Aspiranten  wie Peter Joppich oder Britta Heidemann sind die pfeilschnellen, sowie reaktions- und treffsicheren Athletinnen und Athleten auf der Planche ein verlässlicher Garant.  Fechten, Beck, Tauberbischofsheim: Drei Begriffe, die für Leistung, Können, und internationalen Spitzensport standen und immer noch stehen. Doch inzwischen ist eine neue Generation angetreten, in die Fußstapfen ihrer Vorgänger/innen zu treten. Und das mit Erfolg.
In dieser Woche kämpfen die besten deutschen Frauen und Männer auf Florett, Säbel  und Degen noch bis zum 26. Juli um internationale Ehren. In der Arena Leipzig sind die Säbelfechter um Europameister Max Hartung zwar ohne Einzelmedaillen in die Weltmeisterschaften vor eigenem Publikum gestartet. Spätestens im Achtelfinale war Schluss. Florettfechterin Anne Sauer  zog  nach einer spannenden  Aufholjagd und einem Sieg nach Verlängerung in das  Achtelfinale ein. Dort  unterlag sie der späteren Bronzemedaillen-Gewinnerin, der Französin Ysaora Thibus.
Allerdings gab es auch schon überraschende positive Nachrichten aus dem deutschen Fechterlager.  Die Bronzemedaille von Degenspezialist Richard Schmidt am Wochenende war jedenfalls nicht eingeplant gewesen im deutschen Medaillenspiegel.  Auch der fünfte Rang von Anna Limbach aus Dormagen im Damensäbel darf unter der Kategorie erfreulich und unerwartet verbucht werden. Die erste Medaille bei der Heim-WM soll dem Aufgebot des Deutschen Fechterbundes nun den notwendigen Rückenwind für die noch anstehenden Team-Wettbewerbe verschaffen.  Jetzt ruhen alle Hoffnungen auf dem Teamwettbewerb, in dem weiteres Edelmetall her soll.
Noch bis Mittwoch werden die Athletinnen und Athleten des DFeB auf der Planche um weiteren Lorbeer kämpfen. Und manch Eine oder Einen von ihnen werden wir bestimmt auch im Dezember in Baden-Baden wieder sehen.

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Die World Games: Top-Leistungen ohne Bolt, Phelps und Co

Sie sind mehr als nur das von Olympia vergessene Festival des Sports: Die „International World Games“ vom 20. bis 30. Juli im polnischen Breslau bieten – wie immer ein Jahr nach Olympia - auch in diesem Jahr eine Fülle von Höchstleistungen in Randsportarten, die nicht im Zeichen der fünf Ringe stehen. Dabei stehen die Wettbewerbe, Vorführungen und Resultate der zehnten „Weltspiele“ durchaus auf einer Stufe mit dem was bei Olympia geboten wird. Kein Wunder also, dass das Internationale Olympische Komitee (IOC) die Schirmherrschaft der Spiele übernommen hat, die vom „Internationalen Verband für Weltspiele“ (WGA) veranstaltet werden.
Ballsportarten wie Beachhandball oder Faustball gehören ebenso dazu wie diverse Kampfsportarten, (Jiu-Jitsu, Sumo) viel Artistik, (Tanzen, Rollschuhlaufen) Kraftsport (Tauziehen) oder auch – dem Zeitgeist folgend – jede Menge neuer Trendsportarten. Wer möchte, kann sich von Fallschirmspringern, Flossen- und Rettungsschwimmern, Sportkletterern oder Orientierungsläufern den Bann ziehen lassen. Hinzu kommen vier Einladungs-Sportarten, unter anderem auch American Football. Der Spartensender Sport1 überträgt die große Show der ungewöhnlichen Sportereignisse bis zum 30. Juli täglich mehrere Stunden. Bis zu 90 Stunden werden im frei empfangbaren Fernsehen zu sehen sein. Auf sport1.de gibt es zudem einen kostenlosen Livestream.
Was den Leichtathleten, Ruderern, Schwimmern, Schützen, Boxern, Judoka, Radfahrern, oder Fünfkämpfern und vielen anderen Sportarten, die von der Dominanz von König Fußball und Formel 1 schier erdrückt werden, der olympische Hain bedeutet, das sind für die Sport-Exoten eben die World Games. Auch ohne die Usain Bolts und Michael Phelps‘ dieser Welt werden an zehn Tagen in Polens viertgrößter Stadt in rund 170 Entscheidungen Medaillen und Auszeichnungen vergeben. Denn darin ist man sich mit Olympia einig: Die besten werden geehrt, ausgezeichnet und proklamiert.
Das deutsche Aufgebot, dem 134 Sportlerinnen und Sportler angehören, gehört zu den größten Teams der insgesamt 3500 Sportlerinnen und Sportler aus 111 Nationen. In 23 der insgesamt 27 Wettkampf-Arten gehen deutsche Athletinnen und Athleten an den Start. Und manche von Ihnen hätten aufgrund ihrer gezeigten Leistungen mit Sicherheit auch das Zeug dazu, sich bei der Proklamation zum „Sportler des Jahres“ im Dezember dieses Jahres in Baden-Baden ihren verdienten Lohn ab zu holen.

Bild: International World Games Association

 

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Schwimm-WM in Budapest Christian Keller: Drei Medaillen sind drin

Bei den Schwimm-Weltmeisterschaften vor zwei Jahren in Kazan gewannen die deutschen Schwimmer zwei Medaillen – jeweils eine Gold und Bronze. Bei den Olympischen Spielen in Rio sind sie im vergangenen Jahr allerdings leer ausgegangen. Mit den Weltmeisterschaften in Budapest steht nun das erste große sportliche Highlight auf der langen Bahn im neuen Olympiazyklus auf dem Programm. Und ich bin zuversichtlich, dass das Team mit Edelmetall im Gepäck aus Ungarn zurückkommt.

Für mich gibt es einen ganzer heißen Kandidat auf Edemetall – sogar auf den WM-Titel – ! Es ist der Heidelberger Philip Heintz. Nicht nur, weil er im Dezember bei den Kurzbahn-Weltmeisterschaften in Kanada zu Silber geschwommen ist, sondern auch, weil er mit seiner Zeit von den Deutschen Meisterschaften über 200 m Lagen Mitte Juni aktuell die Weltrangliste anführt. Wenn er die 1:55,76 in Budapest noch einmal bestätigen kann, ist Gold drin!

Insgesamt schickt der Deutsche Schwimm-Verband in Ungarn ein mit nur 14 Aktiven sehr kleines Team an den Start, aber neben Heintz traue ich noch zwei weiteren Athleten eine Medaille in der neuen Schwimm Arena am Donau Ufer zu. Allen voran Marco Koch: Er wurde vor zwei Jahren in Kazan Weltmeister über 200 m Brust und ist für mich auch jetzt wieder ein Kandidat für eine Medaille. Aber wir haben in Rio gesehen, dass das Feld über diese Strecke sehr eng beieinander ist. Das wird eine sehr enge Kiste.

Und auch bei den Frauen ist eine Medaille drin. Franziska Hentke hat vor zwei Jahren in Russland über 200 m Schmetterling eine Medaille nur ganz knapp verpasst. Wenn sie einen guten Tag erwischt, kann sie es auf das Podium schaffen. Gespannt bin ich auch auf die jungen Gesichter im Team, auf die Chef-Bundestrainer Henning Lambertz auch mit Blick auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokio hofft. Hier sollte man keine Medaillen erwarten aber dennoch einige persönliche Bestzeiten.

Bild: Picture Alliance 

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Einer vom anderen Sprinter-Stern: Kittel zum Fünften


„Sieben auf einen Streich“ erlegte einst das tapfere Schneiderlein in der Welt der Märchen und Mythen. Auf deren fünf hat es mittlerweile auch Marcel Kittel bei der Tour de France in diesem Jahr gebracht. Auf fünf Etappensiege nämlich.
In einer Tour-Auflage, die an der Spitze angesichts der Sturz-bedingten Ausfälle von Valverde und Porte und der Schwächen der Konkurrenten des großen Tour-Favoriten Chris Froome wie Alberto Contador oder Nairo Quintana von den Tages-Ereignissen lebt, ist der deutsche Sprinterkönig derjenige der für die Schlagzeilen sorgt. Fünf Triumphe auf den letzten Metern nennt der Mann im Trikot von „ Quick Step Floors“ bereits sein eigen. Auch wenn es mitunter Zentimeter-Entscheidungen waren.
Damit hat der 29jährige jetzt insgesamt 14 Etappensiege in seinem persönlichen Buch der Rekorde stehen. Zwei mehr als Erik Zabel, der zu Zeiten von Team Telekom einst für die Dominanz der deutschen Sprinter bei der „großen Schleife stand.“ Wegen seiner Explosivität auf den letzten Metern ist der Thüringer im Duell „eins gegen eins“ wohl derzeit von niemandem zu schlagen. Auch nicht von den deutschen Konkurrenten wie John Degenkolb oder André Greipel, der sich wohl mehr und mehr von seinem persönlichen Traum verabschieden muss, auch in diesem Jahr Jahre eine Tour-Etappe für sich entscheiden zu können.
Wenn er einigermaßen unbeschadet und nicht ganz „saft- und kraftlos“ über die Pyrenäen und die Alpen kommt, dann dürfte der Mann im „Grünen Trikot“ sicherlich auch ein heißer Anwärter für den finalen Sprint royale bei der Tour-Ankunft in Paris am 23. Juli sein. Und als solcher dann sicher auch ein ganz heißer Kandidat, um im Sprint auf das Podest bei der Wahl zu Deutschlands Sportler des Jahres 2017 ganz vorn zu landen.

Bild: picture alliance

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