Artikel nach Datum gefiltert: Februar 2017

Abschied von Helene Beck

  • Publiziert in Sdj News

Nach einer langen Pflegezeit ist im Alter von 89 Jahren in Stuttgart die frühere Rollkunstlauf-Weltmeisterin und spätere Trainerin Helene Beck verstorben. Unter ihrem Mädchennamen Helene Kienzle entwickelte sie sich dank Trainingsfleiß und Ehrgeiz schnell zu einer erfolgreichen Rollkunstläuferin und errang 1955 in Barcelona den Weltmeistertitel. Den Siegespokal erhielt sie aus den Händen von Juan Antonio Samaranch, dem damaligen Rollsportpräsidenten und späteren IOC-Chef. Im gleichen Jahr wurde Helene Kienzle als bisher einzige Rollsportlerin zur „Sportlerin des Jahres“ gewählt, bei der Feierstunde in Ludwigsburg nahm sie – neben Hans Günter Winkler – Ehrung und Pokal entgegen. Nach ihrer Heirat mit dem Funktionär Helmut Beck zeichnete sie sich als erfolgreiche Trainerin auf Rollen und auf dem Eis aus. Zahlreiche Athleten formte sie zu Spitzenläufern. Der bekannteste von ihnen war der Freiburger Michael Obrecht mit vier WM-Titeln. Auf drei Goldmedaillen brachte es das Paar Uta Keller/Dieter Fingerle. Aber auch die eigene Tochter Gabriele Beck errang mit ihrem damaligen Partner Jochen Stahl den EM-Titel im Paarlaufen. „Helene Beck erlebte und prägte die goldenen Zeit des Rollkunstlaufens“, bemerkte Michael Obrecht. Ein großer Kreis von ehemaligen Läufern, Funktionären und Freunden verabschiedete sie auf dem Stuttgarter Pragfriedhof.

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„Golden Girl“ Laura

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Deutsche Meisterschaften mit internationaler Beteiligung? Oder doch eher die Laura-Dahlmeier-Festspiele? Die Biathlon-Weltmeisterschaften im malerischen Tiroler Wintersport-Mekka Hochfilzen nahe Kitzbühel hätten jedenfalls mehr als nur das in diesem Falle nichts sagende Kürzel „WM“ verdient gehabt. Nie zuvor war  ein einziger nationaler Verband so erfolgreich gewesen wie die Auswahl der deutschen Biathlon-Union. Vor allem aber: nie zuvor hatte eine einzige Athletin so viele Titel auf sich vereinen können, so viele Medaillen gesammelt wie die 23-Jährige aus Garmisch-Partenkirchen: fünfmal Gold, einmal Silber: Damit überbot sie die bis dahin herausragende  Bilanz der Norwegerin Tora Berger aus dem Jahr 2013 (4 Gold, 2 Silber).

Als ein „ganz großes Geschenk“ bezeichnete die Ausnahme-Athletin aus dem Werdenfelser Land  ihren Triumphzug durch die Loipen und über die Schießanlagen und übte sich dennoch in tiefer Bescheidenheit. „Ein großer Dank an das Team hinter dem Team. Nur mit der ständigen Hilfe derer, die man in keiner Fernseh-Übertragung gesehen hat, waren diese Resultate möglich“ postete sie auf ihrem Facebook-Account. In der Loipe und am Schießstand kennt sie keine Gnade mit den Konkurrentinnen. Im „richtigen Leben“ ist sie geerdet, heimatverbunden und tief verwurzelt, weiß die Dinge ein zu ordnen.

Die Männer wollten da nicht hinten anstehen und machten es ihrer weiblichen Gallionsfigur  nach. Der Schwarzwälder Benedikt Doll gewann mit unglaublichen 0,7 Sekunden Vorsprung auf den Norweger Johannes Thingnes  Bö im Sprint. Staffel-Spezialist Simon Schempp, dem mit dem Titel im Massenstart der erste große persönliche Erfolg in einem Einzelrennen gelang, beendete die WM der Deutschen. „Endlich. Diesem Ding bin ich so lange hinterher gelaufen“, kommentierte der Schwabe, der in Ruhpolding wohnt – aber aus dem 14 000-Selen-Ort Uhingen nahe Göppingen stammt. Dort plant der Bürgermeister einen rauschenden Schempp-Empfang nach der Saison.

Bild: picture alliance

 

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Deutsches Hoch in Hochfilzen

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Der Himmel über dem malerischen kleinen Ort Hochfilzen nahe Kitzbühel strahlte im tiefen Postkarten-Blau bei blendendem Sonnenschein. Ein Trugschluss. Denn die dominierenden Farben der Biathlon-Weltmeisterschaften, die derzeit auf den Tiroler Loipen und Schießständen ausgetragen werden, sind, zumindest bis jetzt, eindeutig Schwarz-Rot-Gold. Egal ob bei Männern oder Frauen, ob im Einzel oder der Mixed-Staffel, in der Verfolgung oder im Sprint: An den Athletinnen und Athleten der Deutschen Biathlon-Union kommt im Moment so gut wie keiner vorbei. Und das im wahrsten Sinne des Wortes.

Was das Quartett Vanessa Hinz, Laura Dahlmeier, Arnd Peiffer und Simon Schempp gleich zu Beginn der Wettkämpfe in Gang gesetzt hatte, das führten „Hoch Benedikt“ (Doll) und „Tief Laura“, in diesem Falle statt mit Regen auch mit eitel Sonnenschein, weiter: Dreimal Gold, einmal Silber: Sowohl auf den herrlich präparierten Strecken im Pillersee-Tal wie auch auf den exakt 50 Metern von der Scheibe entfernten Schießständen machen die deutschen Skijäger/innen die WM bisher zu einem rauschenden Festival.

Dabei haben die Wettkämpferinnen und Wettkämpfer noch nicht einmal die Hälfte aller Disziplinen absolviert. Erst am kommenden Sonntag, dem 19. Februar, wird abgerechnet. Es folgen so spektakuläre Rennen wie der Massenstart oder die immer mit vielen Emotionen verbundenen Staffel-Wettbewerbe. „Das war natürlich ein toller Start für uns alle, der gibt der Mannschaft sehr viel Auftrieb“, hatte die derzeit überragende Dahlmeier nach dem Mixed-Gold zu Protokoll gegeben. Und Überraschungs-Sieger Benedikt Doll, stammelte nach seinem Sprint-Erfolg mit gerade einmal 0,7 Sekunden Vorsprung vor dem Norweger Johannes Thignes Bö: „Ein perfektes Rennen, was für ein geiler Tag.“

Bild: picture alliance

 

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