Sportler des Jahres - Artikel nach Datum gefiltert: August 2016

Medaillen­flut am „goldenen Dienstag“

Dieser 16. August  2016 bekommt die Note  „eins mit Sternchen“  für das deutsche Olympia-Team. Es war ein Tag zum Einrahmen, einer für die Ahnengalerie.  Erst wiederholt Kanu-Recke  Sebastian Brendel im Canadier-Einer über 1000 Meter  seinen Triumph von London, dann verfehlt  das Duo  Franziska  Weber / Tina Dietze im Kajak-Zweier  über die halbe Distanz nur um den Hauch eines Wimpernschlages ebenfalls Gold, gewinnt Silber. Und das alles an einem Tag, der – nicht nur bei den Kanuten – außer Triumphen auch viel persönliche Tragik mit sich führte. Hingen die Fahnen am deutschen Haus doch wegen des schrecklichen Unfall-Tods von Trainer Stefan Henze auf Halbmast.
Doch „the Games must go on“ wie der greise IOC-Präsident Avery Brundage  schon 1972 nach dem Anschlag auf das israelische Team der Welt verkündet hatte. So gingen sie auch in Rio weiter. Und sie hatten für Schwarz-Rot-Gold einen fulminanten Schlussakkord an diesem Tag zu bieten.  Mit der Bronzemedaille für Wasserspringer Patrick Hausding, der sein Trauma vom vierten Platz  vom 3-Meter-Brett endlich ad acta legen konnte.

Mit  der Medaille gleicher  Farbe für  den erst 21jährigen Schifferstädter  Junioren-Europameister Denis Kudla im Griechisch-Römischen Stil  bis 85 Kilogramm  war kaum zu rechnen. Dann schon eher mit dem Sieg für den „Vorturner der Nation“ Fabian Hambüchen. Kein Drehbuch hätte es besser inszenieren können. In seinem allerletzten internationalen Wettkampf krönte sich der 28jährige aus Wetzlar am „Königsgerät“, dem Reck, zum „Kondor  der fliegenden Menschen“ über der Stange.

Nach Bronze in Peking und Silber in London nun Gold in Rio. Am Reck. An seinem Gerät.  Welch ein Griff in die Partitur des Schicksals zum Ende einer beispiellosen Karriere. Drei Monate zuvor noch nicht in der Lage, schmerzfrei eine Flasche Milch aus dem Kühlschrank zu nehmen, jetzt eine solch geniale Virtuosität. „Heute Abend geht’s ins deutsche Haus. Und dort findet Ihr morgen nur noch Schutt und Asche“ kündigte der von seinem Vater Wolfgang gecoachte Hambüchen – nicht ganz ernst gemeint – eine Partynacht an.

Zum Schluss flog dann auch noch der Gold-Vogel namens Kristina über das Olympia-Nest in Rio de Janeiro. Bahnradfahrerin Kristina Vogel, gemeinsam mit ihrer Partnerin Miriam Welte schon mit Bronze dekoriert, ließ in einem engen Sprintfinale keinen Zweifel an ihrer Ausnahmestellung aufkommen. Und das zum Schluss sogar nach dem Verlust ihres Sattels. Irre. Es war der dritte  geniale  Höhepunkt  des deutschen Teams an diesem denkwürdigen 16. August.

Dem folgte einen Tag später auch noch der Triumph von Laura Ludwig und Kira Walkenhorst: Am berühmtesten Strand der Welt, der Copacabana, setzt sich das deutsche Beach-Volleyball-Duo im Finale vor über 11.000 Zuschauern gegen die brasilianischen Weltmeisterinnen durch. Der Lohn die erste  Goldmedaille für ein europäisches Frauenteam. Laura und Kyra hinterlassen goldene Spuren im Sand.

Man muss kein Prophet sein, um voraus zu sagen, dass man einige der Protagonisten dieses Tages Ende Dezember in Baden-Baden wieder sehen wird. Denn eine Jede und ein Jeder  von Ihnen hätte wohl den Titel Sportler-, Sportlerin- oder Mannschaft des Jahres verdient.

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Goldene Schützen, Ruderer und Reiter

Es war zunächst ein olympisches Zittern und Bangen: weil sich die deutschen Olympia-Recken ordentlich Zeit ließen, bis sie Medaillen-Nachrichten in die Heimat schicken. Aber inzwischen meldet sich die App „Wir in Rio“ auf den Smartphones der deutschen Sportfans zuhause fast permanent. Und damit bringen sich auch die Protagonisten für die 70. Wahl „Sportler des Jahres“ im Dezember in Position. Allen voran Michael Jung, Gold im Einzel und Silber mit der Vielseitigkeits-Mannschaft. Der Ausnahmereiter, schon in London mit zwei Olympiasiegen überaus erfolgreich, „flog“ mit seinem 16 Jahre alten Wunderpferd „Sam“ über Stangen, Hecken und Teiche.

Die Ruderer wissen auch, wie es geht. „Doppel-Gold“ innerhalb kürzester Zeit für die Vierer der Damen und Herren. Danach ging es feuchtfröhlich ins Deutsche Haus – dort kamen sie an diesem grandiosen Donnerstag gar nicht mehr aus dem Feiern heraus. Die Stimmung: kaum zu steigern. Und Schlagfrau Lisa Schmidla kündigte gar „zwei Monate Party“ an. Zusammen mit ihren Gold-Kolleginnen Annekatrin Thiele, Carina Bär und Julia Lier. Vergessen die stets schwierigen Bedingungen auf der Laguna mitten in Rio, das Silber in London. Und der enorme Erwartungsdruck vor den Spielen. Der Doppelvierer hatte die Lizenz zum Gewinnen. Auf dem Papier – und auch bei der Regatta.

Die „Jungs“ waren erst über den Hoffnungslauf ins Finale eingezogen. Ein Rennen mehr, um in Top-Form zu kommen… Schlagmann Hans Gruhne, Philipp Wende, Lauritz Schoof und Karl Schulze liegen jetzt für die Abstimmung zur „Mannschaft des Jahres“ Bug an Bug mit den Gold-Frauen.

Barbara Engleder hatten dagegen wenige auf der Rechnung, als im Vorfeld nach den Favoritinnen im KK-Dreistellungskampf geforscht wurde. Und erst recht nicht nach der problematischen Qualifikation. Aber dann holte sich die Sportschützin bei ihren vierten Spielen den Sieg. Nun will sich die Mama aus Niederbayern um ihren kleinen Sohn kümmern, das Gewehr kommt wohl in die Ecke. Das verriet sie jedem Fragesteller in einem O-Ton-Süd, den nicht alle Nicht-Bayern auf Anhieb verstanden, aber der zum heiteren Sound der Rio-Spiele gehört. Das insgesamt 17. Olympia-Gold für deutsche Schützen (vor vier Jahren war man völlig leer ausgegangen) steuerte einen Tag später Henri Junghänel bei. Liegend bewies der Hesse eiserne Nerven. Einer nach dem anderen seiner Kontrahenten schied mit dem Gewehr aus, der 28-Jährige verteidigte bis zum Schluss seine Leader-Position und schmetterte anschließend die Nationalhymne bei der Siegerehrung. Vor ein paar Millionen TV-Zuschauern zuhause an den Bildschirmen. Ungewohnte Szenarien für den Kleinkaliber-Spezialisten. Der beileibe kein Newcomer ist. Es war seine Olympia-Premiere, doch 2013 war er schon zum „Weltschütze des Jahres“.

Während für den dreimaligen „Sportler des Jahres“ Robert Harting in der Diskus-Qualifikation – nach einem Hexenschuss – bereits im Vorkampf alle Träume endeten. Darüber diskutiert Sport-Deutschland noch tagelang. Wie über die goldenen Momente.

Bild: Picture Alliance

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Gala-Ge­schichte findet „temporäres Zuhause im Alleehaus“

Die Sonderausstellung „Sport trifft Geschichte“ im Stadtmuseum im Alleehaus (Lichtentaler Allee 10) wurde am heutigen Freitag (8. Juli) in Baden-Baden der Presse vorgestellt. Dazu hatten Oberbürgermeisterin Margret Mergen, Heike Kronenwett vom Stadtmuseum sowie Klaus Dobbratz, Veranstalter der alljährlich im Kurhaus stattfindenden Gala „Sportler des Jahres“, drei ausgezeichnete Sportler eingeladen: Die Weitspringerin Helga Bühler-Hoffmann (Sportlerin des Jahres 1965/1966), Sprinter Heinz Fütterer (Sportler des Jahres 1954) und Zehnkämpfer Guido Kratschmer (Sportler des Jahres 1980) sorgten bei den geladenen Gästen für heitere Anekdoten rund um ihre sportlichen Erfolge. Umrahmt wurde das Gespräch von den historischen Exponaten der Ausstellung, zu denen auch der Ruder-Achter von den Olympischen Spielen 2012 in London gehört. „Es war eine große Herausforderung, das 17,5 Meter lange Boot in einen Raum mit 18 Metern Diagonale zu hängen“, gestand Dobbratz und lobte die Kurstadt als „Deutsche Sporthauptstadt des Dezembers“. Die Geschichte der IOC-Stadt an der Oos ist auf 300 Quadratmetern im Dachgeschoss des Museums zu bewundern. Ab Samstag (9. Juli) ist die gesamte Ausstellung täglich – außer montags – von elf bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet fünf Euro.
Damit habe die Sport-Familie rund um die Gala ein „temporäres Zuhause im Alleehaus“ gefunden, betonte Dobbratz. Am 18. Dezember 2016 empfängt der Veranstalter mit seinem Team die Gäste dann wieder wie gewohnt auf dem Roten Teppich im Kurhaus Baden-Baden – zur 70. Jubiläumsausgabe.

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