Artikel nach Datum gefiltert: Juni 2016

Rudi Altig ist tot

Weltmeister und Sportler des Jahres: Rudi Altig ist mit 79 Jahren gestorben.

Den Startschuss zu dem Rennen, das nach ihm benannt wurde, wird er nicht mehr geben. Und den Pokal, der eigens für das erste Weltcup-Rennen auf dem Nürburgring von einem Top-Designer kreiert wurde, wird er nicht mehr übergeben. Deutschlands Radsport-Legende Rudi Altig, der „Sportler des Jahres“ von 1966, erlag am Samstag in einem Hospiz im rheinland-pfälzischen Remagen im Alter von 79 Jahren einem Krebsleiden. Noch Mitte Mai war er Gast bei einer Veranstaltung auf der berühmt-berüchtigten „Grünen Hölle“ in der Eifel, dort wo er vor 50 Jahren Straßenweltmeister wurde. Ein Titel, der ihm im gleichen Jahr auch zum Sprung auf das oberste Treppchen bei der Wahl zu Deutschlands „Sportler des Jahres verhalf.“

Mit dem „Rudi-Altig-Rennen“, einem Wettbewerb der höchsten Kategorie der UCI, des Weltradsport-Verbandes, sollte Altigs Leistung vor einem halben Jahrhundert noch einmal gewürdigt werden. „Das war schon etwas ganz Besonderes damals, hier den Weltmeister-Titel zu gewinnen. Der Nürburgring war ein Mythos, schon in den 1960er Jahren“, sagte Altig, der es zu gerne gesehen hätte, wenn einer seiner vielen Nachfolger es ihm an anderer Stelle gleichgetan hätte. Aber kein Wolfshohl, kein Thurau, kein Braun, kein Ullrich oder kein Zabel konnte in die Fußstapfen des gebürtigen Mannheimers treten, der bis heute der letzte deutsche Radsport-Weltmeister auf der Straße geblieben ist.

Altig blieb dem Radsport immer verbunden. Ob als Bundestrainer der Amateure, als Experte bei Fernseh-Übertragungen von Radsport-Großereignissen, als Rennleiter oder einfach nur als Freund und Ratgeber. Der gelernte Kfz-Elektriker war nicht nur ein Meister im Sattel sondern auch ein Ausbund an Bescheidenheit. Nie stellte er sich oder seine Person über Gebühr ins Licht der Öffentlichkeit. Immer ging es ihm um die Sache, um seinen Sport. Und die festlichen Veranstaltungen beim „Sportler des Jahres“ genoss Rudi Altig immer in vollen Zügen. Noch vor zwei Jahren, mit den Sportgrößen aus seiner Zeit wie Manfred Germar und Heinz Fütterer gemeinsam an einem Tisch, war Rudi Altig ein lebenslustiger und eloquenter Unterhalter. Einer der erzählen und zuhören gleichermaßen konnte.

Seinen 80. Geburtstag am 18. März kommenden Jahres wollte er groß feiern. Im Kurhaus von Bad Neuenahr an der Deutschen Rotweinstraße. Damit stieß er besonders gerne an. Dazu wird es nicht mehr kommen. Rudi Altig hat viele bedeutende Rennen gewonnen. Sein letztes, den Kampf gegen den Krebs, hat er auf der Zielgeraden verloren.

Bild: Jürgen C. Braum

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Konkurrenz für die „Bad Boys“

Der Weltmeister will Euro-Titel!

Die Mannschaft des Jahres 2016, soviel darf man wohl zur Hälfte des Jahres bereits prognostizieren, wird sich in Schnee und Eis nicht so gut auskennen müssen, dafür aber gut mit einem Ball umgehen müssen. Denn nach dem sensationellen EM-Triumph der „Bad Boys“ bei der Handball-Europameisterschaft dürfte den Mannen von Trainer Sigurdsson der Titel im Dezember in Baden-Baden eigentlich nur noch von den Kickern streitig gemacht werden. Dafür aber müssten „Jogis Jungs“ bei der am Wochenende beginnenden Euro 2016 in Frankreich wohl mindestens ins Halbfinale einziehen. Wenn die Weltmeister von 2014 nicht sogar gezwungen sind, aus dem „Stade de France“ im Juli den Titel zu entführen, um erneut bei der SdJ-Gala in Baden-Baden (am 18. Dezember) auf der Bühne ganz oben zu stehen.

In der Vorbereitung hatte es trotz einiger Niederlagen in Pflicht- und Testspielen der vergangenen beiden Jahre zum Schluss noch einmal etwas besser ausgesehen. Kapitän Bastian Schweinsteiger, seit seinem Manchester-Engagement etwas aus den Schlagzeilen verschwunden, scheint rechtzeitig vor dem ersten Gruppenspiel der deutschen Elf am 12. Juni in Lille gegen die Ukraine zumindest teilweise wieder einsatzbereit zu sein. Nach dem abschließenden 2:0-Testerfolg gegen Ungarn jedenfalls erklärte der „Capo“, dass „ich auf jeden Fall körperlich besser drauf bin als zum selben Zeitpunktvor der WM 2014 in Brasilien.“ Sukzessive könnte der Ex-Bayer dann auch für die weiteren Vorrunden-Partien gegen Polen (16. Juni Paris) und Nordirland (21. Juni Paris) länger zur Verfügung stehen.

Joachim Löw hat für das Turnier, das nicht wie 2012 gegen die Italiener wieder im Halbfinale enden soll, eine viel versprechende Mischung aus Alt und Jung zusammengestellt. Neben den letzten „Überbleibseln“ von der Heim-WM 2006, Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski, kommt der Stamm der Weltmeister-Elf von Rio de Janeiro hinzu. Eine erfahrene Truppe, zu der die drei Turnier-Novizen Leroy Sané, (Schalke 04), Joshua Kimmich (FC Bayern München) und Julian Weigel (Borussia Dortmund) hinzu stoßen. Alle sind hoch talentierte junge Burschen, international trotz ihrer Jugend schon recht erfahren. Sie bilden mehr als nur eine personelle Ergänzung des DFB-Kaders.

Der große Pechvogel der deutschen Auswahl ist erneut der Dortmunder Marco Reus. Schon wieder verpasst der begnadete Mittelfeldspieler, wie schon zuvor in Brasilien, verletzungsbedingt ein großes Turnier. Hingegen wird sein (ehemaliger) Mannschaftskapitän und Neu-Bayer Mats Hummels, obwohl noch nicht ganz auskuriert, die Reise zum Europameister von 2002 antreten. „Wir sind als Weltmeister sicher eine Elf, die zum engeren Favoritenkreis gehört, aber es gibt eine ganze Handvoll von Mannschaften, die sich Chancen auf den Titel ausrechnen“, meinte der „Bundes-Jogi“ nach der Ankunft am Dienstag im Team-Hotel von Evian-les-Bains am Genfer See. Neben den „üblichen Verdächtigen“ wie Italien, England, oder den Gastgebern traut Löw auch der belgischen Equipe eine Menge zu. Allez!

Bild: Picture Alliance

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Mit eigener Briefmarke nach Rio

Jana Berezko-Marggrander, Luis Brethauer, Marcel Nguyen, Elisabeth Seitz und Frank Stäbler gibt es neuerdings zum Selbstkleben: Die fünf Sportler aus dem Ländle wurden vom baden-württembergischen Postunternehmen BWPost mit der Briefmarkenserie „Road to Rio“ für ihre Erfolge bedacht. Mit den exklusiven Sport-Motiven sollen die fünf Olympia-Kandidaten finanziell gefördert werden – durch einen Erlös von drei bis fünf Cent pro Marke bei einer Gesamtauflage von 100.000 Stück. Beste Aussichten, die Zieladresse im brasilianischen Rio de Janeiro auf direktem Weg zu erreichen, hat Ringer-Weltmeister Frank Stäbler.

„Dieses Gesicht gehört auf eine Briefmarke“, ist Stäbler von sich selbst überzeugt. Dabei spricht der 28 Jahre alte Sportler aus Erfahrung: Bereits im vergangenen Jahr war das Konterfei des Musbergers auf den Marken der Deutschen Sporthilfe zu sehen. Nun gibt es Stäbler in Siegerpose – mit dem Weltmeister-Gürtel von Las Vegas 2015 über dem Kopf – zum Selberkleben, von 44 Cent bis 2,10 Euro, entweder als Porto für schnelle Grüße mit der Postkarte oder ein Päckchen mit dem Maxibrief. Das Olympia-Ticket hat er bereits sicher in der Tasche, wie er selbst sagt: „Da müsste es schon mit dem Teufel zugehen, dass mir das noch einer klaut.“ Für das Edelmetall vom Zuckerhut arbeitet Stäbler nach einer Schwächephase von zwei Virus-Erkrankungen in Folge täglich hart an sich. „Ich lasse mir die zweite Garde aus dem Ausland in die Heimat einfliegen“, berichtet „Fränky“ über sein Training mit Ringern aus dem Iran und Russland.

Außerdem erhalten die Olympia-Turnerin Elisabeth Seitz sowie die Rhythmische Sportgymnastin Jana Berezko-Marggrander jeweils eine Briefmarkenserie mit ihrem Gesicht. „Davon habe ich schon immer geträumt“, schwärmte die 22 Jahre alte Turnerin Seitz vom MTV Stuttgart, die sich – im Gegensatz zu Berezko – erst noch für Rio qualifizieren muss. Die Sportgymnastin russischer Herkunft nimmt nach London 2012 bereits zum zweiten Mal an den Spielen teil und hat ihr Ziel täglich vor Augen: Ein Tattoo mit den fünf Olympischen Ringen ziert Berezkos rechten Fuß.

Das Ticket nach Brasilien hat auch Turnstar Marcel Nguyen schon in der Tasche. Der zweifache Olympia-Silbermedaillengewinner von London will seine sportliche Laufbahn in Rio de Janeiro mit Gold krönen – der Postweg ist bereits frei für ihn. Auch an die Gala „Sportler des Jahres“ in Baden-Baden hat er gute Erinnerungen. 2012 katapultierte er sich – hinter Robert Harting und Sebastian Vettel – auf Rang 3. Und genoss den Abend im Kreis der Elite. Auf ein Wiedersehen am 18. Dezember im Kurhaus…

(Foto: Nora Reim)

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Verlässlicher Partner

Über Jahrzehnte hinweg galten sie als getrennt wirkende, doch in der Idee vereinte Säulen des deutschen Sportgeschehens und als Hüter des olympischen Gedankens: Der Deutsche Sportbund (DSB) und das Nationale Olympische Komitee (NOK). Quasi zwei Gralshüter des integren sportlichen Leistungsgedankens. Jede als eigenverantwortlich handelnde Institution für sich und doch beide gleichen Ansprüchen verpflichtet.

Vor zehn Jahren wurde aus den beiden Dachorganisationen DSB und NOK der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB). Grund genug, um auf den Tag zehn Jahre danach, also am 20. Mai 2016, sich dieses Datums in einem Festakt zu erinnern. Ein gedankliches Revirement ausgerechnet in der Wiege der deutschen Demokratie, der Frankfurter Paulskirche. Sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte ihr Kommen angekündigt.

Aus der Fusion der beiden damaligen deutschen nationalen Sportverbände entstand der Deutsche Olympische Sportbund. Die neue Dachorganisation ist mit insgesamt 27,8 Millionen Mitgliedern inzwischen die größte Personenvereinigung Deutschlands. Zurück gegangen war die die Aktion „aus zwei mach eins“ seinerzeit auf Manfred von Richthofen. Der damalige Präsident des Deutschen Sportbundes war einer der Förderer und Ideengeber des neuen Dachverbandes gewesen. Dahinter stand vor allem die Bündelung der Kräfte zur Förderung des nationalen Spitzensports. Ausschlag gebend war in letzter Instanz das schlechte Abschneiden der deutschen Athletinnen und Athleten bei den Olympischen Spielen von 2004 in Athen gewesen.

Der letzte Präsident des deutschen Nationalen Olympischen Komitees, der ehemalige Weltklasse-Schwimmer und olympische Medaillengewinner Dr. Klaus Steinbach, hatte damals erklärt: "Der Sport spricht in Zukunft mit einer Stimme. Er tritt geschlossen als Ansprechpartner für den Sport in Deutschland gegenüber Politik und den anderen gesellschaftlichen Gruppierungen auf. Er erhält damit ein verstärktes Gewicht im gesellschaftlichen Wettbewerb." Erster Präsident der neuen Dachorganisation wurde der jetzige IOC-Präsident Dr. Thomas Bach.

Zehn Jahre später steht der Verband unter der Führung des einstigen Präsidenten des Deutschen Skiverbandes, Alfons Hörmann, aber auch in der Kritik. Vor allem angesichts vieler ungeklärter Fragen zu Themen wie Reformen des Leistungssports, Entschädigung von Doping-Opfern der ehemaligen DDR oder auch vor dem Hintergrund zweier gescheiterter Olympia-Bewerbungen (München und Hamburg) . Doch zur Jubiläumsfeierlichkeit gaben sich Hörmann und der DOSB-Generaldirektor Michael Vesper optimistisch, in gemeinsamer Anstrengung die aktuellen Probleme meistern zu können.

Seit Jahren ist der DOSB auch gerne gesehener Partner der jährlichen Gala „Sportler des Jahres“ in Baden-Baden. In schwierigen Zeiten, in denen sich der gesamte internationale Sport im Umbruch befindet und Vieles hinterfragt werden muss, wird der DOSB auch in Zukunft ein verlässlicher Freund und Förderer des „Sportlers des Jahres“ sein.

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