Artikel nach Datum gefiltert: Dezember 2015

Teuflisch hinter den Kulissen

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Während draußen der Weihnachtsmarkt zur Besinnlichkeit einlädt, laufen drinnen die Vorbereitungen auf Hochtouren: Im Kurhaus Baden-Baden schwitzen fleißige Helfer beim Kabelverlegen, Scheinwerferanbringen und der Lichttechnik im Bénazet-Saal. Hier öffnen sich in wenigen Tagen die Türen für die 69. Gala „Sportler des Jahres“. Damit die rund 700 geladenen Gäste am Sonntag einen reibungslosen Ablauf der Abendveranstaltung erleben, werden zehn Kameras im Saal angebracht, 300 Leuchten an der Decke befestigt und rund sechs Kilometer Kabel verlegt. Außerdem sorgen zwei Übertragungswagen (Ü-Wagen) mit jeweils einer Regie sowie eine Schnittmobil mit drei Arbeitsplätzen für eine schnelle Ausstrahlung ab 22.00 Uhr im ZDF-Fernsehen. „Zur Gewährleistung maximaler Sicherheit wird das Sendesignal vom Ü-Wagen nach Mainz sowohl über eine Glasfaser-Leitung als auch über Satellit von einem ZDF-eigenen Satellitenfahrzeug abgesetzt“, erklärt Teamleiter Thomas Forcher-Berton von der Mobilen Produktion. Während die Ü-Wagen vorfahren, setzt Thomas Pollähne das Kurhaus unter Strom – nach den Vorgaben seines Chefs, Veranstaltungsmeister Rainer Schieferstein. „Wir benutzen künstliches Licht mit einer Leistung von 3200 Calvin in der Maske, um die Beleuchtung auf der Bühne zu simulieren“, berichtet Pollähne und knipst die beiden Scheinwerfer im sogenannten Damenzimmer an: Hier werden am Sonntag drei Visagistinnen jene Sportler, die auf der Bühne dann im Rampenlicht stehen, schminken. Für die beiden Moderatoren Katrin Müller-Hohenstein und Rudi Cerne ist die hauseigene ZDF-Visagistin Gabi Schlotterbeck zuständig. Im Bénazet-Saal klettert Sven Willbersch zwischen den großen Schweinwerfern auf dem Stahlträger an der Decke umher. Auf dem Kopf trägt der Beleuchter zum Schutz vor Verletzungen an dem tonnnenschweren Träger einen Helm – und zwar einen ganz besonderen: „Die Schutzhelme sind immer so langweilig, deshalb habe ich mir zwei Hörner darauf geklebt.“ Die roten Hörner sehen nicht nur höllisch gut aus, sondern haben laut Willbersch auch einen praktischen Vorteil: „Man findet seinen eigenen Helm viel schneller.“

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Sportler-Wahl mit Überraschungen…

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Die Spannung steigt, die Vorfreude ist riesig und das Ambiente wie in all den Jahren zuvor  mondän, festlich und doch irgendwie familiär: Wenn am 20. Dezember rund 750 geladene Gäste, illuminiert vom aus den barocken Fenstern strahlenden Kurhaus und begleitet vom Zauber des angrenzenden Weihnachtsmarktes über den „Roten Teppich“ flanieren  werden, dann steht  wieder das „Familienfest des Sports“ an. Zum insgesamt 69. Mal werden die Besten der Besten, nicht nur gemessen an ihren Leistungen, sondern auch an ihrem Auftreten, ihrer Persönlichkeit, erkoren und geehrt. Gesucht werden die Nachfolger von Robert Harting (Leichtathletik), Maria Höfl-Riesch (Ski alpin) und der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.

Erneut laden die Gastgeber, die Internationale Sportkorrespondenz (ISK) und deren  Medienpartner ZDF in gewohnter professioneller Harmonie  und Eintracht  in das „Theater der Träume“, den Benazét-Saal des Kurhauses, ein. Dabei gibt es in diesem Jahr auch zwei Jubiläen zu feiern. Die ISK, von Kurt Dobbratz im frühen Nachkriegs-Deutschland aus der Taufe gehoben, wurde 70. Vor 30 Jahren fand die Ehrung ihren Weg zurück nach Baden-Baden zelebriert. Längst sind die Stadt und das Ereignis miteinander verwachsen, bilden eine bestens funktionierende Symbiose in vorweihnachtlicher Adventsstimmung.

Bein einer  Vorab-Pressekonferenz 12 Tage vor der „Stunde Null“  im Kurhaus betonten im Brenners Parkhotel Vertreter von Gastgebern und mögliche  Siegerkandidaten gemeinsam ihre Vorfreude und den Willen, ein „Fest im Sinne des Sportes und der Sportler/innen“ zu arrangieren. Es solle wie in jedem Jahr „der Sport und nicht die Show“ im Mittelpunkt des Fernseh-Abends und der darauf folgenden langen Nacht stehen“, betonte ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz. „Wir wollen die Athletinnen und Athleten so natürlich wie möglich zeigen.“

Mit einer spannenden Wahl und „der einen oder anderen Überraschung“ rechnet ISK-Chef Klaus Dobbratz. Große Erwartungshaltung und Ungewissheit über den Ausgang herrschten auch bei den Athleten auf dem Podium.“ Ich freue mich auf den Austausch mit anderen Sportlern. Da gibt es durchaus Anregungen, die man für die eigene Karriere mitnehmen kann“,  beteuerte „Miss Mountainbike“ Sabine Spitz, die im nächsten Jahr in Rio ihren fünften Olympischen Spielen entgegen sieht. Während Schwimm-Weltmeister Marco Koch „einen Rang unter den Top Five schon heute unterschreiben würde“, freut er sich vor allem auf eines: „Jetzt nach der Kurzbahn-EM mit zwei Titeln endlich mal ein paar Tage Ruhe haben und dann auch den „Sportler des Jahres“ genießen zu dürfen.“

Ähnlich sieht es auch Ringer-Kollege Frank Stäbler. „Es ist ein absoluter Hammer, was Klaus Dobbratz und sein Team da jedes Jahr auf die Beine stellen. Ich ringe am 19. Dezember noch Bundesliga in Nendingen gegen Mainz, und am 20. geht dann ein für mich unglaubliches Jahr zu Ende. Ich freue mich auf eine tolle Veranstaltung und die Party. Ein Platz unter den ersten Zehn wäre für mich ein absoluter Wahnsinn.“ Wichtiger Programmteil ist die Verleihung des Sparkassenpreises für Vorbilder im Sport. Auch die Ehrung „Trainer des Jahres“ durch den DOSB lockt Insider ans Oos-Flüßchen, wo sich der deutsche Sport quasi völlig versammelt.

Bis es aber so weit ist, müssen die vielen Menschen hinter der Bühne, die Techniker des ZDF, die Organisatoren, die „Macher“ im Kurhaus, noch jede Menge Arbeit und oft auch viel Bangen und Zittern in den letzten Stunden vor Beginn der Gala absolvieren. Bis es dann  soweit ist und der Bildschirm ab 22.00 Uhr wieder den Gästen aus Sport, Politik und Wirtschaft gehören wird. Die Geheimnisse um das Ergebnis werden erst gelüftet, wenn es  heißt: „Ihre Gastgeber sind Katrin Müller-Hohenstein und Rudi Cerne.“ 

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Ludwigsburger Augenschmaus

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Sechs Jahre lang hatten sie gehofft, jetzt hat es – endlich wieder – geklappt: Der 1. Tanzclub Ludwigsburg gewann am letzten November-Samstag den Weltmeistertitel bei den Standardformationen. Ein optischer Augenschmaus für die Fans. Zum elften Mal – so oft wie noch kein anderes Team, und in eigener Halle, vor 4.000 begeisterten und jubelnden Zuschauern. Nur schade, dass der Coup für die Vorschlagsliste „Mannschaft des Jahres“ zu spät kam… In der Favoritenliste dürften die erfolgreichen Wintersport-Teams damit in den ersten „Startreihen“ stehen.

Damit überflügelten die Ludwigsburger den ewigen Rivalen Braunschweiger TSC, der zehn WM-Goldmedaillen gewinnen konnte und als Titelverteidiger in die MHP-Arena gekommen war. Die Mannschaft des Trainer-Ehepaares Dagmar und Norman Beck hatte die Norddeutschen zwei Wochen zuvor in Bremen bei den nationalen Titelkämpfen geschlagen und dem TSC nach fünf deutschen Meistertiteln in Folge erstmals nach 2009 wieder Gold weggeschnappt.

Mit „Kontraste“, der neuen Choreographie und Musik, triumphierte das mit 20 Jahren Durchschnittsalter jüngste TCL-Team aller Zeiten in Bremen und jetzt in eigener Halle. Zwei Erfolge bei den fünf Bundesliga-Turnieren im Januar – darunter sogar in Braunschweig – deuteten bereits die Leistungsfähigkeit der Barockstädter an, die Europameister Vera Tjumen (Russland) auf den Silberrang verwiesen und Braunschweig WM-Platz drei ließen.

Bild: Wilczek/1.TCL

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