Leichtathletik-WM in London: DLV-Ausbeute bisher dürftig

Leichtathleten gehörten seit den frühen Jahren der Wahlen zu Deutschlands „Sportlern des Jahres“ zu den Ausgezeichneten und mit Titeln überhäuften Sportlerinnen und Sportlern. Sei es von den frühen Anfängen in den 1950er Jahren mit den Sprintern Heinz Fütterer oder Manfred Germar über die „Eisenwerfer“ wie Uwe Beyer, die Mittelstreckler wie Harald Schmid bis hin zu den Speerwerferinnen wie etwa Steffi Nerius oder Christina Obergföll: Wann immer die von Deutschlands Sportjournalisten Auserkorenen im Rampenlicht standen, waren Vertreterinnen und Vertreter der olympischen Kernsportart dabei.
Danach sieht es im Moment zur Halbzeit der Leichtathletik-Weltmeisterschaften in London zumindest noch nicht aus. Eine einzige Medaille steht vier Tage vor Schluss in der „Ertragsliste“ des Deutschen Leichtathletik-Verbandes DLV. Siebenkämpferin Caroline Schäfer sorgte mit ihrer unerwarteten Silbermedaille bisher für das deutsche Highlight der Welttitelkämpfe in der britischen Hauptstadt.
Athleten wie Kugelstoßer David Storl oder Stabhochspringer Raphael Holzdeppe, bisher in den Vorjahren immer eine „Bank“ des DLV-Aufgebotes für den Sprung aufs Treppchen, verpassten entweder den Endkampf oder absolvierten zur eigenen Enttäuschung einen „Salto Nulle“ ohne gültige Höhe. Diskus-Riese Robert Harting muss trotz Schindens und Quälens in der Reha nach langwierigen Verletzungen und Operationen erkennen, dass sein Körper nun offenbar den daraus resultierenden Tribut fordert. Und auch im Speerwerfer der Frauen, in dem vor zwei Jahren in Peking noch vier deutsche Vertreterinnen im Wettbewerb glänzten, reichte es dieses Mal durch die einzige Endkampf-Teilnehmerin Katharina Molitor nur zu Rang sieben.
Doch noch sind vier Wettkampf-Abende zu absolvieren. 3000-m-Hindernis-Europameisterin Gesa Felicitas Krause könnte im Endlauf am Freitag für ein erfreuliches Ergebnis aus Sicht des DLV-Teams sorgen. Zu allem Überfluss muss sich die schwarz-rot-goldene Delegation auch noch mit medizinischen Problemen herum schlagen. Ein Magen-Darm-Virus grassiert im deutschen Lager und schwächt die Athletinnen und Athleten. Bleibt nur zu hoffen, dass das böse Virus den erfolgreichen Auftritt der deutschen Leichtathletinnen und Leichtathleten im Dezember dieses Jahres in Baden-Baden nicht noch entscheidend beeinflusst.

Bild: picture alliance