Nach der WM: DSV-Athleten suchen Wege aus dem Tief

Deutschlands Beckenschwimmer haben bei den am Sonntag zu Ende gegangenen Weltmeisterschaften in Budapest nicht die Medaillenränge erreicht, die man sich insgeheim vor Beginn der Titelkämpfe in der ungarischen Hauptstadt von ihnen erwartet hatte. Einzige Medaillengewinnerin im Team des Deutschen Schwimmverbandes war Franziska Hentke, die mit einer Silbermedaille über 200 Meter Schmetterling verhinderte, dass die DSV-Athleten ganz ohne Edelmetall nach Hause kehrten.
Im Moment hängen die deutschen Schwimmerinnen und Schwimmer, die schon für so viele Aufsehen erregende Erfolge und für Titel oder Rekorde bei internationalen Großereignissen standen, im Tief. Bei 25 Starts an der Donau gelangen den deutschen Beckenschwimmerinnen und Schwimmerin lediglich fünf Finalteilnahmen. Lediglich ein einziges Mal vollzog ein deutscher Sportler oder eine deutsche Sportlerin den Sprung auf das Treppchen. Neben Hentke gelang keinem der im Finale vertretenen DSV-Repräsentanten eine bessere Platzierung als Rang sieben. Auch von den drei deutschen Staffeln gelang lediglich einer Formation wegen der Disqualifikation einer gegnerischen Mannschaft der Sprung in den Endlauf.
Im Lager des DSV, der seit den Olympischen Spielen in London 2012 einen permanenten Abwärtstrend beklagt, will man nun die Lage sondieren und analysieren, was zu tun ist, um in Zukunft wieder an die früheren Erfolge sowohl bei den Frauen wie auch bei den Männern an zu knüpfen. Der frühere Weltmeister Thomas Rupprath meinte nach der Schlussfeier am Sonntagabend: „Eigentlich hatten wir uns vorgenommen, spätestens im Jahr 2020 wieder unter den besten fünf Nationen des internationalen Schwimmsports zu sein. Das halte ich im Moment für aussichtslos.“
Für eine bessere Zukunft soll vor allem Cheftrainer Henning Lambertz sorgen, hinter dem der Verband trotz massiver Kritik offensichtlich steht. Es wäre ihm und den deutschen Schwimmerinnen und Schwimmern zu wünschen, dass sie bald wieder den Kopf aus dem Wasser recken und zum Siegerpodest schielen können. Denn die „Wasserratten“ waren über viele Jahre und Jahrzehnte ein fester und immer gern gesehener Bestandteil beim Familienfest des deutschen Sports gewesen.

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