Einer vom anderen Sprinter-Stern: Kittel zum Fünften


„Sieben auf einen Streich“ erlegte einst das tapfere Schneiderlein in der Welt der Märchen und Mythen. Auf deren fünf hat es mittlerweile auch Marcel Kittel bei der Tour de France in diesem Jahr gebracht. Auf fünf Etappensiege nämlich.
In einer Tour-Auflage, die an der Spitze angesichts der Sturz-bedingten Ausfälle von Valverde und Porte und der Schwächen der Konkurrenten des großen Tour-Favoriten Chris Froome wie Alberto Contador oder Nairo Quintana von den Tages-Ereignissen lebt, ist der deutsche Sprinterkönig derjenige der für die Schlagzeilen sorgt. Fünf Triumphe auf den letzten Metern nennt der Mann im Trikot von „ Quick Step Floors“ bereits sein eigen. Auch wenn es mitunter Zentimeter-Entscheidungen waren.
Damit hat der 29jährige jetzt insgesamt 14 Etappensiege in seinem persönlichen Buch der Rekorde stehen. Zwei mehr als Erik Zabel, der zu Zeiten von Team Telekom einst für die Dominanz der deutschen Sprinter bei der „großen Schleife stand.“ Wegen seiner Explosivität auf den letzten Metern ist der Thüringer im Duell „eins gegen eins“ wohl derzeit von niemandem zu schlagen. Auch nicht von den deutschen Konkurrenten wie John Degenkolb oder André Greipel, der sich wohl mehr und mehr von seinem persönlichen Traum verabschieden muss, auch in diesem Jahr Jahre eine Tour-Etappe für sich entscheiden zu können.
Wenn er einigermaßen unbeschadet und nicht ganz „saft- und kraftlos“ über die Pyrenäen und die Alpen kommt, dann dürfte der Mann im „Grünen Trikot“ sicherlich auch ein heißer Anwärter für den finalen Sprint royale bei der Tour-Ankunft in Paris am 23. Juli sein. Und als solcher dann sicher auch ein ganz heißer Kandidat, um im Sprint auf das Podest bei der Wahl zu Deutschlands Sportler des Jahres 2017 ganz vorn zu landen.

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