In Lahti lacht das deutsche Sportlerherz

Da, wo die Biathletinnen und Biathleten vor einer Woche in Tirol aufgehört haben, da machen die Skispringerinnen und Skispringer, genauso wie die Kombinierer derzeit in den finnischen Wäldern weiter. Bei den nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Lahti regnet es weiter Medaillen auf die deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Dem historischen Vierfach-Triumph der Kombinierer über die zehn Kilometer im Einzel (Rydzek Gold, Frenzel Silber, Kircheisen Bronze) ließ das Quartett von Bundestrainer Hermann Weinbuch im Staffel-Wettbewerb die nächste Demonstration überragender Dominanz folgen.
In der Staffel konnten selbst widrigste äußere Bedingungen dem „run and rush“ der Deutschen nichts entgegen setzen. Die Folge war das nächste Gold vor Norwegen und Österreich. Nach einem überragenden Springen war der schwarz-rot-goldene Ski-Express bereits mit einem Vorsprung von 44 Sekunden in die Loipe gegangen. Das war eine geile Teamleistung", sagte Eric Frenzel, der mit seinem vierten WM-Gold Co-Trainer Ronny Ackermann an der Spitze der deutschen Bestenliste ablöste. Dennoch gab der deutsche Coach nachher zu: "Während des Rennen habe ich schon Druck gespürt. So einfach, wie es aussieht, ist es nicht."
Die deutschen „Adler“ zeigten, dass sie auch ohne den verletzten „Vorspringer“ Severin Freund (Kreuzbandriss) zu Großem fähig sind. Silber und Bronze durch Andreas Wellinger und Markus Eisenbichler von kleinen Schanze, ließen die Beiden tags darauf im Verbund mit Carina Vogt und Svenja Würth den WM-Titel im Mixed-Wettbewerb folgen. Für Vogt, die zuvor schon ihren WM-Titel aus dem Jahr 2015 gegen die scheinbar übermächtige japanische Konkurrenz verteidigt hatte, war es bereits ihre zweite Goldmedaille bei diesen finnischen Feiertagen. "Carina ist eine wilde Sau, bei Großereignissen schlägt sie immer zu", kommentierte Eisenbichler den Auftritt der Teamkameradin.
Noch aber ist nicht einmal Halbzeit auf den Bakken und in den Loipen. Weitere Wettbewerbe bei Damen und Herren stehen an, das Gros der Medaillen scheint noch nicht ausgeschöpft zu sein. Nur die deutschen Langläuferinnen und Langläufer dürften es schwer haben, gegen die erdrückende skandinavische und russische Konkurrenz ganz vorne rein zu laufen. Ansonsten aber heißt es derzeit: „In Lahti lacht das deutsche Sportlerherz…“
Und vielleicht auch wieder am letzten Sonntag vor Weihnachten in Baden-Baden bei der traditionellen Wahl zu den deutschen Sportlerinnen und Sportlern des Jahres.

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