Konkurrenz für die „Bad Boys“

Der Weltmeister will Euro-Titel!

Die Mannschaft des Jahres 2016, soviel darf man wohl zur Hälfte des Jahres bereits prognostizieren, wird sich in Schnee und Eis nicht so gut auskennen müssen, dafür aber gut mit einem Ball umgehen müssen. Denn nach dem sensationellen EM-Triumph der „Bad Boys“ bei der Handball-Europameisterschaft dürfte den Mannen von Trainer Sigurdsson der Titel im Dezember in Baden-Baden eigentlich nur noch von den Kickern streitig gemacht werden. Dafür aber müssten „Jogis Jungs“ bei der am Wochenende beginnenden Euro 2016 in Frankreich wohl mindestens ins Halbfinale einziehen. Wenn die Weltmeister von 2014 nicht sogar gezwungen sind, aus dem „Stade de France“ im Juli den Titel zu entführen, um erneut bei der SdJ-Gala in Baden-Baden (am 18. Dezember) auf der Bühne ganz oben zu stehen.

In der Vorbereitung hatte es trotz einiger Niederlagen in Pflicht- und Testspielen der vergangenen beiden Jahre zum Schluss noch einmal etwas besser ausgesehen. Kapitän Bastian Schweinsteiger, seit seinem Manchester-Engagement etwas aus den Schlagzeilen verschwunden, scheint rechtzeitig vor dem ersten Gruppenspiel der deutschen Elf am 12. Juni in Lille gegen die Ukraine zumindest teilweise wieder einsatzbereit zu sein. Nach dem abschließenden 2:0-Testerfolg gegen Ungarn jedenfalls erklärte der „Capo“, dass „ich auf jeden Fall körperlich besser drauf bin als zum selben Zeitpunktvor der WM 2014 in Brasilien.“ Sukzessive könnte der Ex-Bayer dann auch für die weiteren Vorrunden-Partien gegen Polen (16. Juni Paris) und Nordirland (21. Juni Paris) länger zur Verfügung stehen.

Joachim Löw hat für das Turnier, das nicht wie 2012 gegen die Italiener wieder im Halbfinale enden soll, eine viel versprechende Mischung aus Alt und Jung zusammengestellt. Neben den letzten „Überbleibseln“ von der Heim-WM 2006, Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski, kommt der Stamm der Weltmeister-Elf von Rio de Janeiro hinzu. Eine erfahrene Truppe, zu der die drei Turnier-Novizen Leroy Sané, (Schalke 04), Joshua Kimmich (FC Bayern München) und Julian Weigel (Borussia Dortmund) hinzu stoßen. Alle sind hoch talentierte junge Burschen, international trotz ihrer Jugend schon recht erfahren. Sie bilden mehr als nur eine personelle Ergänzung des DFB-Kaders.

Der große Pechvogel der deutschen Auswahl ist erneut der Dortmunder Marco Reus. Schon wieder verpasst der begnadete Mittelfeldspieler, wie schon zuvor in Brasilien, verletzungsbedingt ein großes Turnier. Hingegen wird sein (ehemaliger) Mannschaftskapitän und Neu-Bayer Mats Hummels, obwohl noch nicht ganz auskuriert, die Reise zum Europameister von 2002 antreten. „Wir sind als Weltmeister sicher eine Elf, die zum engeren Favoritenkreis gehört, aber es gibt eine ganze Handvoll von Mannschaften, die sich Chancen auf den Titel ausrechnen“, meinte der „Bundes-Jogi“ nach der Ankunft am Dienstag im Team-Hotel von Evian-les-Bains am Genfer See. Neben den „üblichen Verdächtigen“ wie Italien, England, oder den Gastgebern traut Löw auch der belgischen Equipe eine Menge zu. Allez!

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