Verlässlicher Partner

Über Jahrzehnte hinweg galten sie als getrennt wirkende, doch in der Idee vereinte Säulen des deutschen Sportgeschehens und als Hüter des olympischen Gedankens: Der Deutsche Sportbund (DSB) und das Nationale Olympische Komitee (NOK). Quasi zwei Gralshüter des integren sportlichen Leistungsgedankens. Jede als eigenverantwortlich handelnde Institution für sich und doch beide gleichen Ansprüchen verpflichtet.

Vor zehn Jahren wurde aus den beiden Dachorganisationen DSB und NOK der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB). Grund genug, um auf den Tag zehn Jahre danach, also am 20. Mai 2016, sich dieses Datums in einem Festakt zu erinnern. Ein gedankliches Revirement ausgerechnet in der Wiege der deutschen Demokratie, der Frankfurter Paulskirche. Sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte ihr Kommen angekündigt.

Aus der Fusion der beiden damaligen deutschen nationalen Sportverbände entstand der Deutsche Olympische Sportbund. Die neue Dachorganisation ist mit insgesamt 27,8 Millionen Mitgliedern inzwischen die größte Personenvereinigung Deutschlands. Zurück gegangen war die die Aktion „aus zwei mach eins“ seinerzeit auf Manfred von Richthofen. Der damalige Präsident des Deutschen Sportbundes war einer der Förderer und Ideengeber des neuen Dachverbandes gewesen. Dahinter stand vor allem die Bündelung der Kräfte zur Förderung des nationalen Spitzensports. Ausschlag gebend war in letzter Instanz das schlechte Abschneiden der deutschen Athletinnen und Athleten bei den Olympischen Spielen von 2004 in Athen gewesen.

Der letzte Präsident des deutschen Nationalen Olympischen Komitees, der ehemalige Weltklasse-Schwimmer und olympische Medaillengewinner Dr. Klaus Steinbach, hatte damals erklärt: "Der Sport spricht in Zukunft mit einer Stimme. Er tritt geschlossen als Ansprechpartner für den Sport in Deutschland gegenüber Politik und den anderen gesellschaftlichen Gruppierungen auf. Er erhält damit ein verstärktes Gewicht im gesellschaftlichen Wettbewerb." Erster Präsident der neuen Dachorganisation wurde der jetzige IOC-Präsident Dr. Thomas Bach.

Zehn Jahre später steht der Verband unter der Führung des einstigen Präsidenten des Deutschen Skiverbandes, Alfons Hörmann, aber auch in der Kritik. Vor allem angesichts vieler ungeklärter Fragen zu Themen wie Reformen des Leistungssports, Entschädigung von Doping-Opfern der ehemaligen DDR oder auch vor dem Hintergrund zweier gescheiterter Olympia-Bewerbungen (München und Hamburg) . Doch zur Jubiläumsfeierlichkeit gaben sich Hörmann und der DOSB-Generaldirektor Michael Vesper optimistisch, in gemeinsamer Anstrengung die aktuellen Probleme meistern zu können.

Seit Jahren ist der DOSB auch gerne gesehener Partner der jährlichen Gala „Sportler des Jahres“ in Baden-Baden. In schwierigen Zeiten, in denen sich der gesamte internationale Sport im Umbruch befindet und Vieles hinterfragt werden muss, wird der DOSB auch in Zukunft ein verlässlicher Freund und Förderer des „Sportlers des Jahres“ sein.